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Klarnamen-Debatte: Facebook will Nutzern mehr Raum geben

Facebook verlangt Klarnamen, zum Ärger vieler Bürgerrechtler und Datenschützer. Jetzt reagiert der Konzern auf die Kritik, will allerdings an der grundlegenden Regel festhalten.

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(Bild: dpa, Franziska Gabbert)

Facebook reagiert auf einen offenen Brief einer Reihe von Bürgerrechtsorganisationen und will Nutzern mehr Möglichkeiten geben, den eigenen Namen für das Facebook-Profil zu verifizieren. Vom aktuellen Klarnamenszwang will das soziale Netzwerk allerdings nicht abrücken, gab Vizepräsident Alex Schultz bekannt. Diese Regel trage maßgeblich dazu bei, Missbrauch des Dienstes und Belästigungen der Nutzer zu reduzieren. Schultz ist bei Facebook für Nutzerzuwachs zuständig.

Das soziale Netzwerk reagiert damit auf eine Beschwerde der Electronic Frontier Foundation, der American Civil Liberties Union und von Human Rights Watch. Besondes Transgender-Nutzer sehen ihre Rechte dadurch eingeschränkt, dass Facebook sie dazu zwingt, ihre gesetzlichen Namen zu verwenden. Auch in Deutschland verlangen Datenschützer, dass Facebook diesen Zwang lockert. Es müsse – zum Beispiel aus beruflichen Gründen – möglich sein, das Netzwerk mit einem Pseudonym zu nutzen, so die Datenschützer. Das sehe das deutsche Telemediengesetz so vor.

Anstatt die Klarnamenspflicht abzuschaffen, will Facebook es nun den Nutzern leichter machen, ihren Namen zu verifizieren. Man zwinge die Nutzer nicht dazu, den gesetzlichen Namen zu verwenden. Stattdessen sollen Nutzer den Namen angeben, "unter dem andere Leute sie kennen". Um dies zu vereinfachen, soll man nun bei einer Überprüfung des Namens durch Facebook mehr Möglichkeiten bekommen, dies für den eigenen Namen zu belegen.

Lichtbildausweise oder ähnliche staatliche Dokumente werden dazu nicht mehr benötigt. Es gäbe viele andere Dokumente wie etwa Postanschrift oder ähnliches, die für Facebook den selben Zweck erfüllen, so Schultz.

Außerdem will Facebook den Prozess erschweren, mit dem Nutzer andere Nutzer melden können, wenn sie vermuten, dass diese keinen Klarnamen verwenden. In Zukunft muss der meldende Nutzer genau begründen, warum er ein Profil meldet. Das soll verhindern, dass einzelne Nutzer hunderte Transgender-Profile bei Facebook melden, um deren Inhaber zu belästigen. Facebook erprobt die Änderungen nach eigenen Angaben im Moment und will sie im Dezember für alle Nutzer freischalten. (fab)

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