Menü

Kleinaktionäre stellen Strafanzeige gegen Met@box

vorlesen Drucken Kommentare lesen 17 Beiträge

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) hat beim Landgericht Frankfurt am Main nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Vorstand und Aufsichtsrat der Met@box AG erstattet. Die Hildesheimer Met@box AG stellt unter anderem Settop-Boxen her. Die SdK forderte die Staatsanwaltschaft auf, Ermittlungen gegen die Metabox-Verantwortlichen aufzunehmen wegen des Verdachts auf Kursbetrug sowie verbotene Insidergeschäfte.

Den Kleinaktionären zufolge stützt sich die Anzeige auf "zielgerichtet irreführende Verkündung von angeblich bestehenden Großaufträgen im Wege von Ad-hoc-Meldungen". Zur Begründung führen sie die verschiedenen Ad-hoc-Mitteilungen der Met@box im Verlauf des Jahres 2000 an, in denen über Großaufträge von diversen ausländischen Unternehmen berichtet worden war. Diese Aufträge hätten insgesamt zu Umsätzen von weit über eine Milliarde Mark führen müssen. Außerdem wurden Ende Mai für das Jahr 2000 ein Umsatz von 200 Millionen Mark sowie ein Gewinn von 14 Millionen Mark gemeldet. Tatsächlich belief sich der Konzernumsatz für 2000 lediglich auf 50 Millionen bei einem gleichzeitigen Verlust von 19 Millionen Mark.

Kursbetrug vermutet die SdK insbesondere, weil die – überaus positiven, aber offenkundig wenig substanzhaltigen – Ad-hoc-Meldungen den Kurs der Aktie jeweils erheblich beeinflussten. Dass dies beabsichtigt gewesen sein kann, ergibt sich nach Auffassung der SdK aus dem Umstand, dass zwar umsatzrelevante Verträge gemeldet, die Vertragspartner aber vom Vorstand nicht genannt wurden.

Die Staatsanwaltschaft soll darüber hinaus prüfen, ob die Verantwortlichen auch gegen das Insiderhandelsverbot verstoßen hätten. Diesbezüglich habe die SdK bereits am 6. März das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel eingeschaltet.

Des Weiteren besteht nach Ansicht der SdK der Verdacht der Untreue zu Lasten der Gesellschaft im Zusammenhang mit einem Immobiliengeschäft. Darin seien der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Drung sowie eine zu diesem Zweck gegründete Met@box-Tochter verwickelt.

Aufgrund einer Anzeige des hessischen Wirschaftsministeriums hatte die Staatsanwaltschaft Hannover bereits vor einigen Tagen Wohnungen von Met@box-Vorständungen sowie Geschäftsräume durchsucht. (axv)