zurück zum Artikel

Kleiner Bürocomputer mit unter 10 Watt Leistungsaufnahme

Das Gehäuse des Esprimo Q910 misst 18,5 cm x 18,8 cm x 5,4 cm inklusive Netzteil und optischem Laufwerk.

(Bild: Fujitsu)

Es geht also doch: Auch herkömmliche Desktop-PC-Technik kann sparsam arbeiten. Fujitsu zeigt beim Esprimo Q910[1], wie man dieses Ziel erreicht: durch sorgfältige Auswahl jedes einzelnen Bauteils und ein hoch optimiertes Netzteil. Statt wie fast alle Konkurrenten bei ähnlich kompakten Mini-PCs ein externes "Laptop-Netzteil" zu verwenden, packen die Fujitsu-Entwickler den doppelt schutzisolierten Wandler mit ins Gerät.

Durch den sorgfältigen Aufbau ist für den Anschluss ans Stromnetz ein zweiadriges "Rasiererkabel" zulässig. Anders als für 80-Plus-Geräte vorgeschrieben, nennt Fujitsu auch für die Belastung mit 10 Prozent von Nennlast den Wirkungsgrad, der hier mit 88 Prozent sehr hoch liegt. 80-Plus-Geräte müssen die Marke von 80 Prozent erst bei 20 Prozent ihrer jeweiligen Nennlast erreichen.

Fujitsu setzt zwar Intels Desktop-Chipsatz Q77 mit Fernwartung und Spezialfunktionen für Bürocomputer ein und auch Desktop-Prozessoren, aber nur die 35-Watt-Typen Core i5-3470T (Ivy Bridge[2]), Core i3-2120T[3] (Sandy Bridge) oder Pentium G640T oder G540T. Fernwartung klappt nach Intels Willen bloß mit dem Core i5, weil nur der zur vPro-Plattform gehört.

Im Esprimo Q910 ist nur Platz für eine 2,5-Zoll-Festplatte (oder SSD) und SO-DIMMs.

(Bild: Fujitsu)

Als Festplatte kommt ein 2,5-Zoll-Laufwerk zum Einsatz, optional eine SSD in diesem Format. Maximal 16 GByte DDR3-Speicher in Form von zwei SO-DIMMs sind möglich. Für optische Medien ist ein Slot-In-Laufwerk im Slim-Format zuständig, gegen Aufpreis installiert Fujitsu zusätzlich zum Gigabit-Ethernet-Chip – wiederum ein vPro-Typ von Intel – auch ein WLAN-Kärtchen. Ein DisplayPort und eine DVI-I-Buchse stehen für ein oder zwei Display bereit. Auch USB-3.0-Ports und ein Kartenleser sind vorhanden. Die Listenpreise sollen bei rund 800 Euro beginnen.

Im Kurztest im c't-Labor kam der Esprimo Q910 mit 9,9 Watt Leistungsaufnahme bei ruhendem Windows-7-Desktop aus. Dann ist er auch sehr leise. Unter Volllast wird er recht laut, weil der Lüfter mehr als 43 Watt Abwärme aus dem Gehäuse mit lediglich 1,9 Litern Volumen herauspusten muss. Im typischen Büro-PC-Einsatz kommt CPU-Volllast allerdings selten vor. Die extrem niedrige Leistungsaufnahme geht beim Esprimo Q910 einher mit vergleichsweise bescheidenen Aufrüstmöglichkeiten.

Mit normalen ATX-Netzteilen lassen sich Leerlauf-Werte von weniger als etwa 17 Watt aber kaum realisieren, im Verbund mit einfach ausgestatteten LGA1155-Mainboards im MicroATX-Format aus dem Einzelhandel sind es meistens mehr als 20 Watt. Bei sehr umfangreich bestückten Übertakter-Mainboards mit Multi-Phasen-Spannungswandlern können es bei sonst identischer Hardware-Bestückung leicht auch über 30 oder gar 40 Watt werden. (ciw[4])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1616411

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.fujitsu.com/de/products/computing/pc/desktops/superior/esprimo-q910/
[2] https://www.heise.de/meldung/Intel-schickt-Core-i7-3700-und-Core-i5-3000-ins-Rennen-1544599.html
[3] http://ark.intel.com/products/53427/
[4] mailto:ciw@ct.de