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Kleines Gehirnimplantat für die Prothesensteuerung

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Hirn-Schnittstellen sollen Menschen mit Querschnittslähmung oder neural bedingten Bewegungsstörungen ermöglichen, Geräte nur per Gedankenkraft zu steuern. Die bislang entwickelten Ansätze setzen aber zum Teil einen massiven Eingriff voraus. Das US-Start-up Neurolutions hat nun eine Technik aus der Epilepsie-Behandlung zu einem kleinen, implantierbaren Gerät weiterentwickelt, das dieses Problem entschärfen könnte.

Grundlage ist die so genannte Elektrokortikografie. Bei dieser wird ein Netz von Elektroden direkt auf der Oberfläche des Gehirns aufgebracht, die dessen elektrische Aktivität messen. Damit versucht man derzeit bei Epilepsie-Kranken herauszufinden, in welcher Hirnregion die Ursache der epileptischen Anfälle liegt. Eine deutlich verkleinerte Version dieser Technik haben Eric Leuthardt und Dan Moran von der Washington University in St. Louis gemeinsam mit Gerwin Schalk vom Wadsworth Center in Albany, New York, entwickelt. Sie hätte den Vorteil, dass sie für lange Zeit eingepflanzt werden könnte. Gelähmte könnten dann mit ihrer Hilfe besser als bisher Computer, Prothesen oder andere Geräte steuern.

"Wir sind wirklich begeistert von den Signalen, die damit ausgelesen werden können", sagt Schalk. "Damit eröffnet sich ein ganz neuer Weg, um Informationen aus dem menschlichen Gehirn zu gewinnen." Der Vorteil der Elektrokortikografie sei, dass damit Regionen erreicht werden könnten, die anderen Sensortechnologien unzugänglich sind.

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(bsc)