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Klemmende Keyboards: US-Sammelklage gegen Apple wegen Tastaturproblemen

In Kalifornien haben zwei Nutzer eine Sammelklage gegen Apple eingereicht: Der Konzern soll von der Anfälligkeit der neuen MacBook-Tastaturen gewusst haben. Diese versagen bereits bei geringsten Verschmutzungen, aber ein Rückrufprogramm gibt es nicht.

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Klemmende Keyboards: Sammelklage gegen Apple wegen Butterfly-Tastaturen

Hier klemmt's: Besonders flaches Keyboard beim MacBook Pro mit Touchbar ("Butterfly"-Mechanismus)

(Bild: Apple)

Apple hat beim neuen MacBook 2015 und später bei den neuen MacBook-Pro-Modellen ab 2016 eine neue Tastatur verbaut: Das Keyboard mit dem sogenannten Butterfly-Mechanismus ist flacher und hat einen geringeren Hub beim Anschlag. Allerdings ist es offenbar sehr anfällig für Staub und andere Partikel, die den Mechanismus verklemmen und sogar das Notebook komplett unbrauchbar machen können.

Beim Bezirksgericht Nord-Kalifornien wurde nun eine Sammelklage zweier frustrierter MacBook-Nutzer gegen den IT-Konzern eingereicht (Az. 18-cv-02813), die den Hersteller beschuldigen, die Kunden nicht über die Probleme zu informieren und auf Reparaturkosten sitzen zu lassen. Das berichtet AppleInsider.

Apple soll von Anfälligkeit gewusst haben

Die Kläger werfen Apple unter anderem vor, bereits zum Marktstart des Butterfly-Keyboards von der Anfälligkeit des Designs für Schmutz gewusst zu haben. Schon kurz nach dem Verkaufsstart der MacBooks hätte Kunden von Problemen berichtet, und inzwischen seien tausende Käufer betroffen. Dennoch bewerbe Apple seine neue Tastatur als besonders stabil, anstatt Kunden über die Probleme aufzuklären.

Einer der Kläger ließ den ersten Defekt der Leer- und der Feststelltaste auf Garantie von Apple beheben. Aber schon nach wenigen Wochen versagte die Leertaste erneut. Da das Gerät inzwischen keine Garantieabdeckung mehr besaß, schlug man ihm an der Genius-Bar eine kostenpflichtige Reparatur vor – für mehr als 700 US-Dollar, was der Kläger ablehnte.

Bekanntes Problem, aber keine Abhilfe

Dem Hersteller scheint das Problem bekannt zu sein: Bereits kleinste Verunreinigungen können zu Problemen bis hin zum Ausfall einer Taste führen, was ein Notebook unbrauchbar macht. Beim MacBook Pro 2017 führte Apple einen überarbeiteten Mechanismus ein und bezeichnet die Hardware als Butterfly-Keyboard der zweiten Generation. Aber auch bei diesem Modell gab es Meldungen über verklemmte Tasten. Auch Auswertungen von autorisierten Reparaturbetrieben zeigen, dass die neue MacBook-Tastaturen häufiger ausfallen als die früheren Modelle.

Das Unternehmen gestand auch ein, dass das Reinigen der Tastaturen mit Druckluft kompliziert ist und mitunter nicht gegen klemmende Tasten hilft. Erst kürzlich forderte gar eine Petition von Benutzern Apple auf, die Schwierigkeiten der Butterfly-Tastaturen einzugestehen und endlich ein Rückrufprogramm zu starten.

Außerdem meldete Apple Anfang 2018 eine wasser- und staubdichte Notebook-Tastatur zum Patent an, die solche Probleme in den Griff bekommen könnte. (tiw)

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