Klimaforscher widerspricht Hawking: Keine Auslöschung des Lebens

Die Vernichtung des Lebens auf der Erde in diesem Jahrtausend, wie von Stephen Hawking befürchtet, ist nach Ansicht eines Klimaforschers sehr unwahrscheinlich.

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Die Vernichtung des Lebens auf der Erde bis zum Jahr 3 000, wie von Stephen Hawking befürchtet, ist nach Ansicht eines Klimaforschers sehr unwahrscheinlich. "Nur wenn wir alle Kohlenstoffvorräte der Erde verheizen würden, könnten wir theoretisch eine heiße Atmosphäre ähnlich wie auf dem Planeten Venus schaffen", sagte Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. "Ich gehe jedoch davon aus, dass wir es schaffen, den Ausstoß der Treibhausgase zu reduzieren."

Nach Befürchtungen des britischen Astrophysikers Stephen Hawking wird die Menschheit ein weiteres Jahrtausend nicht überleben. Ein Unfall oder die Erderwärmung bis hin zu einer Hitze wie auf Venus werde das Leben auf der Erde auslöschen, so dass die Menschheit nur durch die Übersiedlung auf einen anderen Planeten überleben könne, hatte Hawking am Freitag berichtet.

Nach Ansicht von Stock wird die Menschheit jedoch in rund 50 Jahren wesentlich auf alternative Energien umgestiegen sein. Aussichtsreich seien Wasserstoff-Autos und Solarenergie. Erstens sei der Abbau von fossilen Energien in absehbarer Zukunft nicht mehr wirtschaftlich. "Keiner will einen Benzinpreis von mehr als zehn Mark bezahlen." Zweitens sollte der Mensch auch aus Umweltschutzgründen den Ausstoß von Treibhausgasen drosseln.

"Wir haben im System Erde jedoch ein paar Überraschungseffekte, die wir kaum abschätzen können", sagte Stock. Ungewiss seien die Folgen, falls Methaneis-Lager aus den Ozeanböden abgebaut werden. Auf Grund der jetzt schon beginnenden Erwärmung könnte Methan zudem aus den Ozeanen oder auftauenden Permafrostböden freigesetzt werden – und das könne das Klima in Richtung der Vorhersagen Hawkings bewegen. Es sei jedoch gefährlich, "solche Katastrophenszenarien an die Wand zu malen." (dpa) (jk)