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Kodak verkauft Digitalfoto-Patente an Google, Apple, Samsung & Co.

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Kodak hat nach monatelangen Bemühungen seine Digitalfoto-Patente für 525 Millionen Dollar verkauft. Das ist ein entscheidender Schritt, um die Finanzierung für einen Neuanfang des insolventen Unternehmens im kommenden Jahr zu sichern. Käufer ist der Patentverwerter Intellectual Ventures, der zusammen mit der Beratungsfirma RPX eine Gruppe aus zwölf Lizenznehmern zusammengetrommelt habe, von denen auch Geld komme.

Wer alles an dem Deal beteiligt ist, teilte Kodak am Mittwoch zunächst nicht mit. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, die Smartphone-Rivalen Apple und Google hätten sich zusammengetan, um die Kodak-Patente vom Markt zu holen. Kodak hält als ein Pionier auch der Digitalfotografie zahlreiche grundlegende Schutzrechte, die zur Waffe im aktuellen Patentstreit der Mobilfunk-Branche werden könnten.

Mit dem Verkauf der Patente würden auch die laufenden Klagen zurückgenommen, teilte Kodak mit. Der Fotopionier hatte kurz vor dem Insolvenzantrag im Januar nahezu alle Smartphone-Anbieter mit dem Vorwurf von Patentverletzungen verklagt.

Kodak hatte den Wert der rund 1100 Patente einst auf bis zu 2,6 Milliarden Dollar geschätzt. Nach Beginn der Auktion in diesem Sommer wurde jedoch schnell klar, dass dieser Preis nicht annähernd zu erreichen sein wird. Zuletzt machten Geldgeber die entscheidende Finanzspritze für einen Neubeginn davon abhängig, dass Kodak mindestens eine halbe Milliarde Dollar für die Patente erlöst. Kodak will Anfang kommenden Jahres nach einer Schrumpfkur das Insolvenzverfahren als Druck-Spezialist verlassen. Das traditionsreiche Fotogeschäft blieb bei der Sanierung weitgehend auf der Strecke.

[Update 19.12.2012 17:05]:

Mittlerweile wurde bekannt, wer alles hinter dem Konsortium steckt, das die Kodak-Patente gekauft hat. Mit im Boot des Riesen-Konsortiums um den Patentverwerter Intellectual Ventures sind Apple, Google und Samsung – ausgerechnet die Firmen, die im Zentrum der aktuell laufenden Patentkriege der Mobilfunkbranche stehen. Aber auch Facebook, Microsoft, der Smartphone-Spezialist HTC, der Blackberry-Anbieter RIM, eine Tochter des Online-Händlers Amazon, der chinesische Netzausrüster Huawei, der Software-Spezialist Adobe und der Kodak-Erzrivale Fujifilm sind mit von der Partie. Das geht aus Unterlagen beim New Yorker Insolvenzgericht hervor, das dem Deal noch zustimmen muss. (jk)