Kofler-Ankündigung reißt Premiere-Kurs in den Keller

Der Premiere-Chef will eigene Unternehmensanteile im Wert von rund 180 Millionen Euro verkaufen - die Börse reagierte zunächst mit Entsetzen, beruhigte sich dann aber wieder.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 65 Beiträge
Von
  • Peter-Michael Ziegler

Für die Aktionäre des Münchner Pay-TV-Senders Premiere war die heutige Nachricht vom geplanten Verkauf von 11,6 Prozent des Grundkapitals durch den Vorstandsvorsitzenden Georg Kofler wieder einmal ein Schlag ins Kontor: Der Kurs der Premiere-Aktie sackte zeitweise um mehr als zehn Prozent in den Keller. Das über eine Luxemburger Holding gehaltene Paket mit einem Wert von rund 180 Millionen Euro will Kofler am Kapitalmarkt veräußern – eigenen Angaben zufolge um ein mit den Aktien verknüpftes Darlehen abzulösen, das ihn in seiner Flexibilität als Unternehmer und Investor bislang erheblich eingeschränkt habe.

Kofler wies in einer offiziellen Stellungnahme zunächst daraufhin, dass er als Teil der Transaktion wieder "mindestens zehn Millionen Euro in Premiere-Aktien zum Platzierungspreis investieren" werde. Später erhöhte er den Betrag dann auf zwanzig Millionen Euro. Der Senderchef betonte zudem, er werde seine "Arbeit mit unverändertem Engagement weiter führen", er glaube an die Zukunft von Premiere. Seinen Angaben zufolge fließt der größte Anteil der Erlöse aus dem Verkauf des Aktienpakets dem Darlehen zu. Im Verlauf des Tages stabilisierte sich der Premiere-Kurs wieder, gegen 17:00 Uhr notierte die Aktie bei knapp über 17 Euro (minus 2,3 Prozent).

Größter Premiere-Aktionär mit 16,7 Prozent des Grundkapitals ist derzeit Unity Media, der Mutterkonzern des früheren Pay-TV-Rivalen Arena. Seit vergangener Woche sind die einstigen Streithähne enge Geschäftspartner und vermarkten die Live-Berichterstattung aus der Fußball-Bundesliga künftig gemeinsam. Die Besiegelung des umfassenden Kooperationsabkommens quittierte die Börse damals mit einem knapp 20-prozentigen Kurssprung auf mehr als 18 Euro. Das Abkommen erlaubt Premiere, das Bundesliga-Pay-TV-Angebot von Arena in den kommenden Jahren nicht nur über Kabel sondern auch über Satellit zu vermarkten. (pmz)