Menü

Komet rast in Rekordnähe am Mars vorbei

Ein Komet kommt einem Planeten bis zu 140.000 Kilometer nahe – ein Nichts unter kosmischen Bedingungen. Ein Großaufgebot an Sonden, Marsfahrzeugen und Teleskopen verfolgt das Ereignis. Das verspricht reiche wissenschaftliche Beute.

Komet rast in Rekordnähe am Mars vorbei

Ein Komet ist am Sonntag in Rekordnähe am Roten Planeten vorbeigerast. Der Schweifstern Siding Spring passierte den Mars in nur knapp 140.000 Kilometern Entfernung. Das ist etwa ein Drittel der Distanz zwischen der Erde und dem Mond. Zur Zeit der größten Annäherung um 20.27 Uhr MESZ bewegte sich der Komet im Verhältnis zum Roten Planeten mit einer Geschwindigkeit von 203.000 Kilometern in der Stunde, wie die NASA vorab berechnet hatte.

Es ist das bisher erste Mal in der Geschichte der Wissenschaft, dass sich ein Komet einem Planeten derart stark genähert hat, sagte Guy Webster vom Jet Propulsion Laboratory der US-Weltraumbehörde der Nachrichtenagentur dpa. "Wir sind alle sehr begeistert."

Gleich ein Großaufgebot an Raumsonden, Teleskopen und Marsfahrzeugen hatte das Ereignis beobachtet. Darunter war der Mars Reconnaissance Orbiter. Er umkreist den Roten Planeten und schickte schon kurz nach dem Vorbeiflug erste Daten über den Flirt zwischen Kometen und Planeten zur Erde – nach Angaben der NASA ein Zeichen dafür, dass die Sonde den Ansturm von Staubpartikeln des Besuchers gesund überstanden hat. Auch Mars Odyssey und Maven haben die Annäherung schadlos überstanden.

"Siding Spring" im Blick von Hubble

Wissenschaftler erhoffen sich von dem Rendezvous wichtige Erkenntnisse: über die Zusammensetzung des Kometen, der ein Überrest aus der Entstehung unseres Sonnensystems ist, sowie über das Wechselspiel zwischen der Marsatmosphäre und ihrem Umfeld.

Der Komet mit der wissenschaftlichen Bezeichnung "C/2013 A1" stammt aus der sogenannten Oortschen Wolke. Diese riesige Region an den Grenzen des Sonnensystems hat sich seit der Geburtsstunde des Planetensystems kaum verändert. Entdeckt worden war der Schweifstern von Robert H. McNaught am Siding Spring Observatorium in Australien. (dpa) / (mho)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige