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Kometen-Sonde Rosetta: Irdisches Wasser stammt wohl vor allem von Asteroiden

Das Wasser auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko unterscheidet sich deutlich von dem auf unserer Erde, hat Rosetta ermittelt. Wissenschaftler schlussfolgern, dass die Theorien über den Ursprung des irdischen Wasser überarbeitet werden müssen.

Rosetta: Irdisches Wasser stammt wohl doch vor allem von Asteroiden

Überblick über das jüngste Forschungsergebnis

(Bild: Spacecraft: ESA/ATG medialab; Comet: ESA/Rosetta/NavCam; Data: Altwegg et al. 2014 and references therein)

Analysen der Kometen-Sonde Rosetta weisen darauf hin, dass das Wasser auf der Erde wohl doch nicht größtenteils von Kometen, sondern eher von Asteroiden stammt. So deuten zumindest die Wissenschaftler des ROSINA-Experiments an Bord von Rosetta ihre ersten Messergebnisse bezüglich der Zusammensetzung des Wassers auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Entgegen der Analysen des ganz ähnlichen Kometen 103P/Hartley 2 unterscheide sich das Wasser auf Rosettas Kometen deutlich von dem auf der Erde.

Bei der Forschung geht es um die Frage, woher das Wasser auf der Erde einst gekommen ist. Wie die Wissenschaftler erläutern, gehe man gegenwärtig davon aus, dass die Erde nach ihrer Entstehung vor 4,6 Milliarden Jahren viel zu heiß war. Eventuell vorhandenes Wasser sei verdampft und verloren gegangen. Als sich die Erde abgekühlt hatte, sei das noch heute vorhandene Wasser durch Einschläge von Kometen und Asteroiden auf die Erdoberfläche gebracht worden. Wie genau das abgelaufen sein könnte, ist unbekannt und soll unter anderem durch die Analyse des Deuterium-Gehalts ermittelt werden. Anhand ähnlicher Untersuchungen war schon ermittelt worden, dass das Wasser auf der Erde größtenteils älter ist als die Sonne.

Das Verhältnis von Deuterium (ein Proton, ein Neutron und ein Elektron) zu Wasserstoff (ein Proton und ein Elektron) im Sonnensystem.

(Bild: Altwegg et al. 2014)

Deuterium ist ein natürliches Wasserstoff-Isotop, dessen Verhältnis zum Wasserstoff im Wasser je nach Entstehungsort im jungen Sonnensystem unterschiedlich groß ist. Dieses Verhältnis wurde bereits für eine ganze Reihe von Himmelskörpern ermittelt und es ergab sich ein sehr differenziertes Bild. Dem Verhältnis auf der Erde entsprach bislang nur das Wasser auf dem Kometen 103P/Hartley 2, der vom ESA-Weltraumteleskop Herschel untersucht worden war. Vergleichbar war es noch auf einem ähnlichen Kometen und auf Asteroiden. Auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko jedoch ist der Deuterium-Anteil mehr als drei Mal so groß wie der im irdischen Wasser und höher als der im Wasser auf den diesbezüglich bislang führenden Kometen aus der Oortschen Wolke.

Die Hypothese, dass kurzperiodische Kometen der Jupiter-Klasse – also Kometen, die bis zur Jupiter-Bahn hinaus kreisen – nur erdähnliches Wasser enthalten, sei damit entkräftet. Stattdessen gebe sie Modellen mehr Gewicht, die auf Asteroiden als hauptsächliche Wasserspender der Erde setzen, schreibt Kathrin Altwegg, die das ROSINA-Experiment bestehend aus zwei Massenspektrometern leitet. Zwar bestehen Asteroiden aus deutlich weniger Wasser, aber dann hätten vielleicht nur viel mehr Asteroiden die Erde getroffen. Gleichzeitig deuteten die Ergebnisse an, dass Kometen ursprünglich in viel mehr Regionen entstanden als angenommen.

(mho)

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