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Kommando Cyber- und Informationsraum: Bundeswehr verteidigt die Freiheit – jetzt auch im Netz

Mit einem feierlichen Appell soll am kommenden Mittwoch das Kommado Cyber- und Informationsraum als sechster militärischer Organisationsbereich seine Arbeit aufnehmen.

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Kommando Cyber- und Informationsraum: Bundeswehr verteidigt die Freiheit – jetzt auch im Netz

(Bild: Bundeswehr, Archiv)

Die Bundeswehr besteht aus Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst und der Streitkräftebasis. Am kommenden Mittwoch soll eine neue Teilstreitkraft hinzukommen, das Kommando Cyber- und Informationsraum, wehrtechnisch KdoCIR verkürzelt. In Anwesenheit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird bei einem Appell der Generalleutnant Ludwig Leinhos zum Admin der Cyberkrieger ernannt. Als erster Cyber-Inspekteur des KdoCIR hat er zunächst das Kommando über 260 ITler, bis am 1. Juli 2017 vier Bundeswehreinheiten seiner Truppe zugeschlagen werden: das Kommando Strategische Aufklärung, das Führungsunterstützungskommando, das Zentrum Operative Kommunikation und das Zentrum für Geoinformationswesen.

Mit diesem Ausbau, bei dem die einzelnen Standorte erhalten bleiben, umfasst das KdoCIR 13.500 Dienstposten. Angegliedert ist ferner das Forschungszentrum für Cybersicherheit der Universität der Bundeswehr in München, wo auch die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITIS) in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt ist.

Das Kommando CIR soll "ganzheitlich für die Dimension Cyber- und Informationsraum" verantwortlich sein und als Schnittstelle in Fragen der Cybersicherheit den internationalen Verbündeten, anderen Ressorts des Bundes sowie der Wirtschaft "auf Augenhöhe" begegnen. Die Gleichstellung mit anderen Truppenteilen soll durch die Einführung einer eigenen Barrettfarbe und eines eigenen Barettabzeichens für die Uniform hervorgehoben werden. Im Unterschied zu den Kommunikationspfeilen und -Blitzen, die beim Zentrum für Operative Kommunikation und der Fernmeldetruppe Eloka benutzt werden, ist eine lorbeerumkranzte Platine mit dem Kürzel CIR angedacht.

Im KdoCIR sollen auch Zvilisten beim Ethical Hacking mitarbeiten oder sich als Cyber-Reserve bereithalten. Zum Start der neuen Teilstreitkraft wird deshalb die zweite Phase der Werbekampgne mit dem Namen "Projekt Digitale Kräfte" eingeläutet. Mit den Claims "Wir verteidigen die Freiheit – jetzt auch im Netz" und "Wann darf man Hacker hacken?" soll vor allem die Hackerszene angesprochen werden, für die Bundeswehr ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Nach Angaben der Bundeswehr werden 2017/18 insgesamt noch "1000 IT-Soldaten" und "800 zivile und militärische IT-Admins" mit bereits erfolgter höherer Ausbildung gesucht. Bei dem ähnlich angelegten britischen Projekt des Aufbaus einer Cyber-Streitkraft kam die Bewerbungswelle erst in Gang, als die Armee die Fitness-Anforderungen für IT-Kämpfer deutlich niedriger legte als das allgemeine Anforderungsniveau für Soldaten. (anw)

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