Menü
c't Magazin

Kommender CPU-Beschleuniger AVX: Unter Windows 7 erst mit Service Pack 1

vorlesen Drucken Kommentare lesen 191 Beiträge

Die Befehlssatzerweiterung Advanced Vector Extensions (AVX) soll die Rechenleistung künftiger Prozessogenerationen im Vergleich zu den aktuellen SSE-, SSE2-, SSE3-, SSSE3- und SSE4-Rechenwerken verdoppeln: Statt eines 128-Bit-Wertes, in den alternativ auch zwei Dual-Precision- oder vier Single-Precision-Daten passen, verarbeiten AVX-Befehle einen 256-Bit-Wert. Mit hoch optimiertem Code und der Math Kernel Library (MKL V10.3) verspricht Intel 86 Prozent Performance-Steigerung im Linpack. Außerdem bringt AVX ein für x86- beziehungsweise x64-Prozessoren neues Programmiermodell mit 3-Operanden-Instruktionen. Intels Anfang 2011 erwartete CPU-Generation Sandy Bridge alias Core i-2000 wird AVX unterstützen, ungefähr zur Jahresmitte folgen die AMD-Bulldozer-Prozessoren.

Der Haken daran: Unter aktuellen Windows-Versionen wird AVX nicht nutzbar sein, sondern nur unter Windows 7 oder Windows Server 2008 R2 nach dem Einspielen des 2011 erwarteten Service Pack 1, welches zurzeit erst als Release Candidate verfügbar ist. Anscheinend hat Microsoft nicht vor, AVX-Unterstützung bei älteren Betriebssystemen nachzurüsten. Außer mit Intel-Compilern kann man AVX-Code auch mit Microsoft Visual Studio 2010 oder PGI 2010 erzeugen. Bisher ist aber noch keine AVX-Software auf dem Markt.

Linux ist seit Kernel 2.6.30 AVX-tauglich, ab Kernel 2.6.36 können auch KVM-Gäste AVX-Befehle nutzen. Die weit verbreitete Linux-Distribution Red Hat Enterprise Linux enthält ab RHEL6 einen AVX-tauglichen Kernel, bei Suse Enterprise Linux (SLES11) ist das Service Pack 1 erforderlich. Ob das kommende Mac OS X 10.7 Lion AVX unterstützen wird, ist bislang unklar. (ciw)