Kommentar: Android, mein bester Freund und Helfer

Android breitet sich aus und erobert Uhren, Autos und Fernseher. Als omnipräsenter Assistent erleichtert Googles Betriebssystem den Alltag und hilft, wo es kann. c't-Redakteur Daniel Berger spart schon mal für die vielen neuen Gadgets.

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Bisher ist Android nur auf meinem Smartphone, bald ist es gefühlt überall. Dann soll es mein Handgelenk umschlingen, soll mir im Auto den richtigen Weg weisen, soll mich auf dem Fernseher, dem Tablet und dem Telefon informieren und unterhalten. Kaum ein Bildschirm ohne den grünen Roboter.

Ein Kommentar von Daniel Berger

Daniel Berger schreibt seit 2013 für c't und heise online. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Blogs, Browsern und sozialen Medien. Außerdem befasst er sich mit Webentwicklung und obskuren Content-Management-Systemen.

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Ich habe durchaus Lust drauf, dass ich mit Android einen omnipräsenten Assistenten mit viel Wissen und Rechenpower hätte. Gut vernetzt kann er mir helfen, mich zu organisieren, kann mir sagen, wann ich wo sein muss und darüber orakeln, ob's dann regnen wird. Vor allem aber beantworten Android und Google geduldig meine vielen Fragen, die ich in kleine Mikrofone säuseln kann. Und endlich soll Android auch schick aussehen – als latent oberflächlicher Mensch ist mir durchaus wichtig, dass die Schatten schön fallen und alles wie aus einem Guss wirkt. Fast wie bei Apple, nur nicht so teuer.

Was Google generell und speziell mit Android vorhat, klingt spannend und futuristisch. Letzteres zumindest für mich, denn derzeit kann ich das nicht wirklich nutzen, was schon jetzt mit Google Now möglich ist. Mein Smartphone ist fast drei Jahre alt und schon beim WhatsApp-Update mosert es über knappen Speicher. Viel kann ich mit dem Gerät nicht anfangen, nach jedem Touch passiert erst mal gar nichts. Für eine mobile Suchanfrage muss ich stehen bleiben, während alle anderen schon mehr wissen. Und ich bin der Doofe, der noch aufs Display schmiert.

Als Beifahrer weiß Android, wo's langgeht.

Höchste Zeit, das zu ändern: Nun kann ich mir ein flinkes Nexus holen – und dazu das passende Chromebook, eine schicke Smartwatch und einen smarten Fernseher mit Android TV. Hätte ich ein Auto, Android wäre mein Beifahrer! Dann kann es mir zuhören, wie ich über den Stau schimpfe und mir schnell eine andere Route verraten – oder irgendwann sogar das Steuer übernehmen. Ich mag die Idee, dass mich die kleinen Gadgets entlasten, ohne dass mich das viel Aufwand kostet.

Google will seine Android-Geräte noch besser vernetzen. Google weiß dann noch besser über mich Bescheid, lückenlos, den ganzen Tag. Ich outsource unnötiges Wissen in die Cloud und kann meine Hirnkapazitäten für Wichtigeres verwenden. Zum Beispiel, welche Axt ich kaufen soll. Wenn ich nicht weiter weiß, können mir sicherlich Googles Algorithmen helfen. Nur zwickt mich bei jeder Suchanfrage der Gedanke, was mein Android-Assistent wohl von mir hält. Wenn ich mich bei ihm über Blutflecken im Teppich erkundige – kann ich ihm auch vertrauen, dass er das für sich behält, dass Google nicht petzt? So sicher bin ich mir allerdings nicht. Und das ist eigentlich ein Problem, trotz schöner Schatten.

Siehe dazu auch den Kommentar von Hannes A. Czerulla, der schwere Bedenken gegen die Datemsammelei von Google ins Feld führt:

(dbe)