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Kommentar: Das Wichtigste an Microsofts neuem Surface ist Photoshop

Microsofts neu vorgestelltes Surface 3 ist nicht das erste Windows-Tablet, aber das interessanteste. Doch ob die Strategie aufgeht, das Notebook zu ersetzen, liegt nicht an der Hardware oder Windows, sondern an der Software.

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Photoshop für Finger- und Stiftbedienung

(Bild: Microsoft)

Die eigentliche Sensation an Microsofts Surface-Veranstaltung war gar nicht so sehr Microsofts neues Tablet Surface 3, sondern die kurze Vorführung einer ersten Touch-Version von Adobes Photoshop. "Durchbruch bei Tablet-Produktivität: Adobe zeigt Touch-Photoshop", hätte man die Veranstaltung betiteln sollen, denn bisher leiden die Windows-Tablets und -Hybriden vor allem daran, dass man einfach nichts damit anfangen kann.

Natürlich, Microsoft hat beim Surface 3 vieles richtig gemacht und vor allem sehr konsequent die Schwächen des Surface 2 behoben. Unter den ähnlich aufgestellten Geräten wie Sony Tap 11, Lenovo Thinkpad Helix und den unzähligen Asus-Tablets mit Stecktastatur nimmt es womöglich einen Spitzenplatz ein.

Ein Kommentar von Jörg Wirtgen

Schreibt seit 1999 für c't und heise online, anfangs über Mainboards und Prozessoren, dann Notebooks, seit vielen Jahren nun über Smartphones und Tablets. Daneben beschäftigen ihn Android-Programmierung und die Synchronisation des ganzen Geräteparks.

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Aber wofür? Es gibt bisher zu wenig gute Touch-Anwendungen für Windows, als dass diese Seite der Hybrid-Medaille irgendwen auf Dauer interessiert. Ok, Mails lesen und browsen geht gut, skypen vielleicht noch. Doch schon der Facebook-Client ist seltsam, einer für Google+ fehlt weiterhin. Android und iOS sind weit voraus bei der App-Vielfalt, und zwar sowohl bei den Unterhaltungs-Apps wie auch den produktiven Anwendungen.

Bisher können die Windows-Geräte ihr Produktivitätsversprechen daher nicht im Touch/Tablet-Modus einlösen, sondern nur im klassischen Windows-Modus mit den althergebrachten Anwendungen. Die schönste Hybrid-Technik bringt aber nichts, solange man sie nur im Notebook-Modus produktiv nutzen kann. Da ist es einfacher, zusätzlich ein kleines Android- oder iOS-Tablet in die Tasche zu schmeißen.

Ein echt produktives Touch-Photoshop – und nicht etwa eine abgespeckte Version mit eingeschränktem Einsatzgebiet wie Lightroom Mobile – ist daher das richtige Zeichen. Davon braucht Windows mehr, viel mehr, und nicht etwa neue Hardware, denn die ist jetzt schon der Touch-Software weit voraus.

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Microsoft Surface Pro 3

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(Bild: Microsoft)

(jow)