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Kommentar: Grafikkarten nur noch für Gutverdiener

Spieler-Grafikkarten werden immer teurer. Das hat mit Nvidias Marktdominanz zu tun und ist schlecht für alle, kommentiert Martin Fischer.

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Nvidia GTX 1080

Bild einer teuren Nvidia-Grafikkarte

Grafikkarten für Spieler sind viel zu teuer. Früher brachte eine neue Generation die doppelte Leistung zum gleichen Preis. Der Konkurrenzdruck zwischen AMD und Nvidia trieb Innovationen voran, der Preiskampf war gut für die Käufer. Dann begann der langsame Abstieg AMDs und Nvidia traute sich immer höhere Preise für seine High-End-Grafikkarten aufzurufen. Die Einführung der teuren Titan-Modelle im Jahr 2013 war der Startschuss für das langfristige Ziel, die Preise deutlich anzuheben. Und Nvidia kam damit trotz diverser Skandale durch.

Ein Kommentar von Martin Fischer

Martin Fischer arbeitet seit 2008 bei Heise, mittlerweile als leitender Redakteur bei heise online. Er kennt sich mit GPUs, Spiele-Engines und Computergrafik aus und befasst sich gerne mit Geheimprojekten.

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Heute können sich nur noch Gutverdiener die neuen Spieler-Grafikkarten GeForce GTX 1070 und GeForce GTX 1080 leisten. Satte Preise von bis zu 800 Euro kann die Firma nur verlangen, weil sie weiß: der Erzrivale AMD hat kein konkurrenzfähiges Produkt in der Schublade. Nvidia erklärte sogar, dass man den Preis für das als Founders Edition bezeichnete Referenzmodell auch auf längere Sicht nicht verändern werde. Um das sicherzustellen, verkauft es Nvidia nun erstmals über die eigene Webseite und tritt in Konkurrenz zu seinen eigenen Kunden, den Grafikkarten-Herstellern.

Doch Nvidia schießt mit seinem übersteigerten Selbstbewusstsein ein Eigentor. Denn die hohen Preise sind nicht nur schlecht für die normalen Käufer, sondern auch für die ganze Industrie. Die – inklusive Nvidia – hofft auf eine lukrative Virtual-Reality-Zukunft, die den Absatz von PC-Hardware endlich wieder ankurbelt. Doch ausgerechnet Nvidias Marktdominanz und Hochpreispolitik bremst diese Entwicklung und schadet der ganzen Branche. (mfi)