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Kommentar: SSDs werden Festplatten nicht ablösen

Natürlich sind SSDs viel schneller als Festplatten. Als Ablage für große Datenmengen werden uns Festplatten aber noch lange Zeit erhalten bleiben, meint Lutz Labs.

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Festplatte

Der Start eines PCs geht viel schneller von einer SSD als von einer Festplatte und auch Anwendungen sind ruckzuck geladen – die Schwuppdizität eines SSD-Systems ist einfach viel höher. Daher wird der Festplatte schon seit Jahren ein schleichendes Ende vorausgesagt. Doch das Ende ist nicht abzusehen: Während sich SSDs in Desktop-Rechnern weiter breitmachen, wird es für die Speicherung großer Datenmengen in absehbarer Zeit keine Alternative zur Festplatte geben.

Ein Kommentar von Lutz Labs

Lutz Labs ist Ingenieur der Nachrichtentechnik, aber direkt nach dem Studium zur c't gestoßen. Nach vielen Jahren im Mobilbereich ging es 2014 zurück an die Wurzeln: Im Hardware-Ressort kümmert er sich seitdem um Massenspeicher aller Art.

Nach Schätzungen von Marktforschern sollen im Jahr 2021 erstmals mehr SSDs verkauft werden als Festplatten – das ist das Ende, dröhnt es aus allen Ecken und vor allem aus den Userforen. Doch da muss man differenzieren: Während eine heute verkaufte SSD im statistischen Mittel gerade einmal 350 Gbyte Speicherplatz bietet, kommt eine durchschnittliche Festplatte auf 1,5 Terabyte – Faktor vier. Die Flash-Produzenten kommen mit der Produktion des für einen kompletten Umstieg notwendigen Flash-Speichers gar nicht hinterher.

Gerade hat WD für das Jahr 2025 Festplatten mit 40 TByte in Aussicht gestellt, und Seagate und Toshiba dürften mit MAMR, HAMR, BPMR – oder wie diese ganzen kapazitätssteigernden Techniken auch immer heißen – ähnliche Kapazitäten erreichen. Natürlich wird eine 40-TByte-Festplatte dann viel Geld kosten – aber sicher immer noch weniger als eine 40-TByte-SSD. Festplatten sind einfach billiger, rechnet man mal den Preis pro TByte aus.

Die Festplatte ist nicht tot, der Markt wird sich nur aufteilen: SSDs für den Desktop, Festplatten als Massenspeicher im Server. Auch Mischformen wird es weiter geben: Muss der Massenspeicher im Server besonders schnell sein, kommen SSDs zum Einsatz. Muss der Massenspeicher im Desktop besonders günstig sein, greift man zur Festplatte – neben der SSD, von der der Rechner startet. Aus dem Desktop-PC werden Festplatten irgendwann verschwinden, aber im Server haben sie weiterhin eine große Bedeutung. (ll)

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