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Kommentar: WhatsApp verschlüsselt – und ihr motzt?

WhatsApp macht genau das, was vor nicht allzu langer Zeit alle gefordert haben. Und nun meckern alle? Jürgen Schmidt regt das auf.

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WhatsApp

(Bild: dpa / Montage: heise online)

Wenn mich jemand vor einem halben Jahr gefragt hätte, was ich mir zur Förderung von Sicherheit und Datenschutz wünschen würde, dann wäre das sehr weit oben auf meiner Liste gelandet: "WhatsApp mit der Verschlüsselung von TextSecure." Jetzt kommt genau das – und alle meckern nur. Das kotzt mich an.

Nicht weil ich Facebook, WhatsApp oder Open Whisper Systems blind vertraue. Aber echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Milliarden WhatsApp-Anwender – und das standardmäßig, ohne zusätzliche Gebühren – das ist ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung. Und damit ein Grund sich zu freuen.

Natürlich gibt es dabei viele Wenns und Aber. Doch das Projekt hat mehr Potenzial als alles, was ich in diese Richtung bisher gesehen habe. Und Leute wie Moxie Marlinspike haben sich in den vergangenen Jahren meinen Respekt erarbeitet. Er hat viele innovative und kreative Security-Projekte auf den Weg gebracht und ist auch vor deren konkreter Umsetzung nicht zurückgeschreckt. Dabei hat er immer wieder bewiesen, dass er sich mit großem persönlichen Einsatz für das Richtige engagiert und Geld für ihn keine zentrale Rolle spielt. Also gebt ihm jetzt einfach mal ein bisschen Vorschuss. Er hat es verdient.

Das bedeutet nicht, dass wir ihm oder dem Projekt WhatsApp-Verschlüsselung blind vertrauen sollten. Im Gegenteil: Wir sollten das jetzt so gut wie möglich durchleuchten, nach möglichen Schwachstellen suchen und durch möglichst konstruktive Kritik helfen, es sicherer zu machen. Nur diese Miesmacherei – die bringt niemanden weiter. (ju)

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