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Kommentar: Smarter Daumen, schöner Garten

Lieber den Gartentag mit einer Tasse Kaffee beginnen als mit Rasenmähen oder Pflanzengießen – c't-Redakteur Sven Hansen über die Vorzüge des smarten Gartens.

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Für manche ist Gartenarbeit Erholung, für andere einfach nur anstrengend. Wie Sie Ihren Garten smarter machen und worauf Sie bei Mährobotern, Vernetzung und automatischer Bewässerung achten sollten, erklären wir im Schwerpunkt Smart Garden.

Die Faszination am Garten ist und bleibt für mich, dass und wie Gemüse, Rasen und Blumen wachsen und dass es unter jedem Stein kreucht und fleucht – Millionen Jahre Evolution haben hier gute Arbeit geleistet. Mir ist klar, dass ich mit meinem Smartphone und ein paar Wischbewegungen da nicht viel hinzuzufügen kann. Dennoch habe ich den smarten Garten für mich entdeckt.

Zur Einordnung: Als "smart" bezeichnet man gemeinhin die Trias aus Komfort, Sicherheit und Effizienz, die uns unser Leben in allen Bereichen versüßen soll. Und so werkeln auf meinem Gartengrundstück Rasenroboter, Bewässerungsanlage, Pflanzensensoren, smarte Beleuchtung & Co.

Schwerpunkt: Smart Garden

Geht es um den effizienten Umgang mit Ressourcen, dürfte die Bewässerungssteuerung zweifellos zu einer der wichtigsten smarten Gerätschaften gehören. Auch wenn bereits eine einfache Zeitschaltuhr zur Bewässerung ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, bildet sie längst nicht die cleverste Steuerungsmöglichkeit. Sie ist im Zweifelsfall nicht in der Lage, den Bewässerungsdurchgang kurz vor dem Wolkenbruch zu verhindern. Hier springen kluge Systeme ein, die Niederschlagsvorhersagen per IFTTT aus dem Internet ziehen. Wenn dann noch das Zusammenspiel mit Bodensensoren klappt, die mir aufs Smartphone funken, ob es direkt an der Wurzel in 10 Zentimeter Tiefe feucht genug ist, steht der optimalen Wasserversorgung nichts mehr im Weg. Ein bisschen basteln geht auch in Sachen Bewässerung sowieso immer und spätestens wenn man mit Trinkwasser bewässert, winkt obendrein noch Kostenersparnis.

Ein Kommentar von Sven Hansen

Sven Hansen schreibt im Ressort Software & Medien unter anderem über Automotive-Themen wie Elektromobilität oder autonomes Fahren.

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Noch mehr begeistert hat mich die Ankunft des ersten Mähroboters, der genau betrachtet so ziemlich alles besser macht, als ich all die Jahre zuvor mit dem Benzinmäher. Er ist leise, braucht wenig Energie, verpestet nicht die Luft und lässt die Biomasse dort, wo sie hingehört: auf dem Rasen. Mit dem Garten-Internet verbunden, bleibt er in seiner Hütte, sobald es stürmt. Zur Not dirigiere ich ihn aus der Ferne per App in sein Zuhause – all das finde ich schon ziemlich smart. Statt mit dem bösen Gedanken "man müsste mal wieder mähen" beginnt mein Gartenrundgang mit einer Tasse Kaffee. Das ist Komfort.

Das Thema Sicherheit macht auch vor dem Garten nicht halt, nicht umsonst weiten die Hersteller von klugen Licht- und Kamerasystemen ihren Wirkungsbereich nach draußen aus. Die Wegesicherung bei Nacht durch Bewegungsmelder gehört genauso dazu wie der Einbruchschutz durch Kameras. Die Kamera hat verdächtige Bewegungen registriert? Ein schneller Kontrollblick aus der Ferne ist dank Smartphone-Anbindung kein Problem mehr.

Allein wegen des Zeit-, Sicherheits- und Komfortgewinns möchte ich den smarten Garten nicht mehr missen. Wenn jetzt noch zwei bis drei Kracher-Erfindungen mit der Schlagkraft eines Mähroboters kommen, wird mein grüner Daumen endgültig zu einem smarten Daumen. (mre)