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Kompakte Server mit sehr viel Speicher

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Spezial-Chips binden mehr DIMMs an.

(Bild: Cisco)

Eine Besonderheit bei Ciscos kürzlich angekündigten Blade-Servern für das Unified Computing System (UCS) ist der mit maximal 384 GByte sehr große Hauptspeicher des UCS B250-M1 Extended Memory Blade Server. Nun hat Cisco Details dazu verraten: Es kommen nicht etwa – wie vermutet – spezielle Speichermodule (etwa jene von MetaRAM) zum Einsatz, sondern auf dem Mainboard sitzen Spezial-Chips, die jeden der je drei Speicherkanäle jedes Prozessors noch weiter unterteilen.

Die von Cisco nach eigenen Angaben selbst entwickelten Schaltkreise ermöglichen es, auf einem Server-Mainboard für zwei Nehalem-EP-Xeons von Intel statt maximal 18 DIMM-Fassungen bis zu 48 davon unterzubringen – also acht statt drei DIMMs pro Speicherkanal. Der Maximalausbau von 384 GByte wird trotzdem nur erreicht, wenn vergleichsweise teure Quad-Rank-Registered-DIMMs (4R-RDIMMs) zum Einsatz kommen. Doch schon mit den zurzeit vergleichsweise bezahlbaren 4-GByte/2R-RDIMMs sind 192 GByte möglich; das schafft man bei anderen Dual-Xeon-Boards nur, wenn man zwölf der nagelneuen und teuren 16-GByte-4R-RDIMMs einbaut. Bei Boards mit 18 DIMM-Slots sind höchstens 8-GByte-2R-RDIMMs möglich und damit 144 GByte.

Die Cisco-Technik ist auch als Buffer-on-Board bekannt; ein ähnliches Konzept will AMD – nach älteren Ankündigungen – unter dem Namen G3MX für 2010 erwartete Server mit G34- oder eventuell auch C32-Fassungen entwickeln.

Die Firma MetaRAM hatte hingegen Registered DIMMs mit mehr Speicherchips angekündigt; diese sollen mittlerweile mit DDR2- und DDR3-SDRAM-Bestückung von den Firmen Hynix und Smart Modular lieferbar sein und in einigen Opteron- und Xeon-Servern (mit 5100-Chipsatz) von Appro, Colfax, Rackable, Supermicro und Verari zum Einsatz kommen.

Auch die speziellen, mit Flash-Speicher bestückten EcoRAM-DIMMs der unter Gläubigerschutz operierenden Firma Spansion kommen mittlerweile zum Einsatz, nämlich in den mit Quad-Core-Opterons bestückten "GreenCloud"-Servern der Firma Virident. Wie die kürzlich vorgestellten Schooner-Server sind sie speziell für MySQL-Datenbanken und memcached gedacht. Den 2 HE hohen Rack-Server GreenCloud Server for MySQL verkauft Virident mit 2 Prozessoren und 80 GByte Flash-Speicher ab 6000 US-Dollar; er soll sich auf maximal 512 GByte Flash-Speicher hochrüsten lassen. Laut Virident liegt die MySQL-Performance des Servers mit den EcoRAM-DIMMs bis zum Faktor 7 höher als bei Systemen mit Flash-SSDs mit PCIe-Schnittstelle, also etwa der Fusion-io-Karte.

Intel wiederum will als Kaufanreiz für künftige Tukwila-Itaniums, die ursprünglich als erste Prozessoren mit QPI-Schnittstelle erscheinen sollten, besonders hohen Hauptspeicher-Ausbau ermöglichen. Ein Scalable Memory Buffer soll haufenweise Fully-Buffered-DIMMs der zweiten Generation (FBD2), also mit DDR3-SDRAMs, anbinden. Vermutlich erscheinen Plattformen, bei denen sich die Tukwila-CPU-Module dank QPI gegen solche mit MP-Xeons der Nehalem-Generation – die Anfang 2010 erwarteten (PDF-Datei) Nehalem-EX-Prozessoren mit 8 Kernen und 16 Threads – austauschen lassen. Das sind aber – wie der Sun Rock mit vermutlich ebenfalls riesigem FBD2-RAM oder IBM-Mainframes – viel teurere Maschinen. (ciw)

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