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Konfliktmetalle aus Afrika: Gold ist das Hauptproblem

Die Elektronikindustrie verbannt Konfliktmetalle aus Afrika aus ihren Lieferketten. Das wird den Krieg im Kongo aber nicht beenden, denn der Goldschmuggel lässt sich kaum verhindern, erklärt die Rohstoffexpertin Gudrun Franken im Interview.

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Fast alle Elektronik-Hersteller versuchen, die sogenannten Konfliktmetalle aus ihren Produkten zu verbannen: Gold, Zinn, Wolfram und Tantal aus der Kriegsregion im Kongo und den Nachbarländern. Intel, Apple und HP sind die Vorreiter in diesem Unterfangen, das die USA mit dem Dodd-Frank-Act angestoßen haben. Intel warb auf der CES 2014 sogar groß für seine "konfliktfreien CPUs".

Das Ziel lautet, den Kriegsparteien im Ostkongo den Geldhahn abzudrehen. Doch davon sind die aktuellen Bemühungen weit entfernt, warnt Gudrun Franken von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Interview mit c't. "Für die Finanzierung der bewaffneten Gruppen ist Gold der mit Abstand wichtigste Rohstoff", erklärt die Rohstoffexpertin. Gold lasse sich sehr leicht schmuggeln, und niemand könne anschließend die tatsächliche Herkunft nachvollziehen.

Konfliktmetalle in der Elektronik-Industrie (11 Bilder)

"Unsere CPUs sind konfliktfrei" versprach Intel auf der CES 2014. Der Satz bezieht sich auf die vier Metalle Tantal, Zinn, Wolfram und Gold.
(Bild: Intel)

Die Vereinten Nationen vermuten, dass 98 Prozent des im Kongo geförderten Goldes außer Landes geschmuggelt wird, also auf dem Weltmarkt nicht mehr als Konfliktmetall erkannt wird.

Der Bann gegen Konfliktrohstoffe habe bislang sogar mehr Nachteile als Vorteile gebracht, warnte vor Kurzem eine Gruppe von 70 Forschern in einem offenen Brief (PDF-Datei). Bislang seien viel zu wenige kongolesische Minen als konfliktfrei zertifiziert: "Die überwältigende Mehrheit wurde somit entweder in die Illegalität gedrängt oder musste ihre Geschäfte einstellen."

Siehe dazu im c't Blog Fair & Green IT:

(cwo)