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Konsortium um Microsoft und die BBC erkundet den weißen Raum

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Ein Konsortium um Microsoft und namhafte Fernsehsender will im britischen Cambridge eine funkbasierte Breitbandversorgung auf TV-Frequenzen testen. Mit dem Feldversuch soll untersucht werden, wie das von Sendern teilweise ungenutzte TV-Spektrum etwa zur mobilen Breitbandversorgung in ländlichen Gebieten eingesetzt werden kann, teilte das "Cambridge TV White Spaces Consortium" am Dienstag mit. Der Gruppe gehören neben Microsoft unter anderem auch Netzbetreiber BT sowie die BBC, Sky, Nokia und Samsung an.

Das Konsortium setzt auf die sogenannten "White Spaces": ungenutzte Kanäle im für die Fernsehausstrahlung reservierten Spektrum. Vorteile dieser Frequenzen sind eine gute Gebäudedurchdringung und eine hohe Reichweite. Bei der Nutzung für Breitbanddienste müssen Störungen und Überlagerungen der TV-Ausstrahlungen in benachbarten Kanälen vermieden werden. Zahlreiche Unternehmen, darunter Microsoft und Google, haben sich in den Branchenverbänden White Spaces Coalition und Wireless Innovation Alliance der Entwicklung der dazu nötigen Technik verschrieben.

Der geschlossene Feldversuch in Cambridge soll unter anderem zeigen, wie weit diese Entwicklung gediehen ist. Zunächst soll die Technik zeigen, dass Störungen der TV-Ausstrahlung zuverlässig vermieden werden können. In der Universitätsstadt sollen darüber hinaus verschiedene Nutzungsszenarien für White Spaces getestet werden. So wollen BBC und Sky das Spektrum nutzen, um audiovisuelle Inhalte in hoher Qualität auf mobile Endgeräte zu streamen. An verschiedenen Orten der Stadt soll es Hotspots geben. Der Test ist nicht öffentlich.

Die Branche arbeitet schon seit einigen Jahren an der Entwicklung von White-Space-Technik. In den USA hatte die Regulierungsbehörde nach zähem Ringen zwischen White-Space-Befürwortern und einer Koalition aus Fernsehsendern, Konzertveranstaltern, Theatermachern und Kirchen, im November 2008 schließlich grünes Licht für die Nutzung des weißen Raums gegeben. Auch die EU-Kommission hat die Technik auf dem Zettel. Angesichts des knappen Spektrums kann eine flexible Frequenznutzung dabei helfen, den wachsenden Bedarf an mobilen Breitbandanbindungen zu decken. (vbr)