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Kontaktloses Bezahlen: Volksbanken geben NFC-fähige Girokarten aus

Die Volks- und Raiffeisenbanken springen auf den Zug des kontaktlosen Bezahlens auf: Noch in diesem Jahr sollen 3 Millionen Kunden EC-Karten mit NFC-Chip erhalten. Ab 2017 sollen nach und nach alle EC-Karten damit ausgestattet sein.

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Mobile Payment: Volksbanken setzen auf NFC-fähige Girokarten

(Bild: BVR)

Nach erfolgreich absolviertem Pilottest wollen die Volks- und Raiffeisenbanken 2016 rund 3 Millionen Kunden mit neuen Girocards (EC-Karten) ausstatten, die für den Nahfunkstandard NFC gerüstet sind. Damit sollen die Kunden schnell und einfach zahlen können, indem sie ihre Karten an ein entsprechend ausgestattetes Terminal halten. Das Geld soll dann wie üblich direkt vom Girokonto abgebucht werden. Von 2017 an sollen dann sukzessive alle Girocards der Bankengruppe auf NFC umgestellt werden, laut einem Sprecher 26,5 Millionen Stück.

Vergangenen Oktober hatte der Pilottest in den Regionen Göttingen, Kassel und Baunatal begonnen. Mit 130.000 ausgegebenen Karten hatten die Kunden 10.000 Transaktionen bei 350 teilnehmenden Händlern wie etwa Edeka-Märkten getätigt. "Die Erfahrungen in der Pilotregion haben unsere Erwartungen übertroffen, die Akzeptanz bei Kunden und im Handel ist durchweg positiv. Wir sind überzeugt von der Technologie der Near Field Communication“, erklärte Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Laut einem Sprecher des BVR können Zahlungen unter 25 Euro ohne weitere Verifikation getätigt werden. Darüber hinaus ist die Eingabe der PIN nötig. Als zusätzlicher Sicherheitsfaktor sei für Zahlungen ohne PIN auch ein tägliches Limit von 100 Euro gesetzt, danach werde der Sicherheitscode wieder abgefragt. Gleiches gelte auch für mehrere unverifizierte Zahlungen nacheinander – nach der dritten Zahlung folge wieder eine Abfrage. Beim Test zeigte sich laut Pressemitteilung, dass gerade die kleinen Transaktionen unter 25 Euro besonders beliebt waren und rund 50 Prozent der Zahlungen ausmachten.

Generelle Zahlungslimits entsprechen denen, die der Nutzer für sein Girokonto gesetzt hat. Wer keine NFC-Funktion wünsche, könne diese bei seiner neuen Bankkarte auch in einer Filiale deaktivieren lassen. Biometrische Identifikation per Fingerabdruck sei nicht geplant. Generell seien die NFC-Karten genauso sicher wie die herkömmlichen Girocards, betonte ein Sprecher.

Zuvor hatten die Volksbanken das auch von den Sparkassen verwendete Girogo-Verfahren im Raum Hannover getestet. Girogo erlaubt allerdings nur eine Geldkarten-Funktion für das kontaktlose Bezahlen; entsprechend müssen die Nutzer vor solchen Zahlungen auch immer ausreichend Guthaben auf das Geldkartenkonto geladen haben. Genau das sei auch der Grund gewesen, warum man sich gegen Girogo entschieden haben, erklärte ein Sprecher des BVR. Es habe sich gezeigt, dass die Leute lieber ohne vorherige Aufladevorgänge kontaktlos bezahlen wollen.

Laut Informationen der FAZ wollen auch bald die Sparkassen mit einer NFC-fähigen Girocard nachziehen. Noch in diesem Jahr sollen sieben Millionen entsprechende Karten an die Kunden gehen – wobei Girogo weiterhin unterstützt werden soll. Und die Privatbanken, darunter Deutsche Bank, Postbank und Commerzbank, wollen im Herbst einen Test in Kassel starten. Visa und Mastercard wiederum bieten schon seit längerem kontaktlose Zahlverfahren für Kredit- und Debitkarten an.

Der Zeitpunkt für Einführung der NFC-Girokarten scheint günstig. Immer mehr Größen im deutschen Einzelhandel setzen auf flächendeckende NFC-Fähigkeit ihrer Kassenterminals – jüngste Beispiele sind etwa Aldi Nord, Aldi Süd sowie Lidl.

Bislang funktioniert die kontaktlose Girocard der Volksbank aber nur im Testgebiet. Anderswo befindliche Kassenterminals, die bereits Kontaktloskarten mit den Verfahren Paypass (Mastercard) und Paywave (Visa) akzeptierten, bräuchten für die Volksbank-Karte noch ein gesondertes Software-Update. Seitens der Volksbank rechnet man in der zweiten Hälfte der Jahres mit ersten entsprechend ausgestatteten Terminals und einem zügigen Rollout im Handel danach.

[UPDATE, 14.01.2016, 16;45]

Ein Sprecher des Sparkassenverbands (DSGV) bestätigte inzwischen die Pläne für die NFC-Girokarten. 7 Millionen Karten sollen in diesem Jahr ausgegeben werden, langfristig sollen alle 45 Millionen Girokarten der Bankengruppe NFC-fähig werden.

[UPDATE, 14.01.2016, 18:05]

Detailangaben von den Volksbanken zur Händlerakzeptanz wurden ergänzt.
(axk)

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