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Konzernumbau: Siemens will 11.600 Stellen streichen

Zum Konzernumbau kommen die Streichungen: Insgesamt 11.600 Stellen sollen nach dem Willen von Siemens-Chef Joe Kaeser wegfallen. Das soll eine Milliarde Euro einsparen.

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Technologiekonzern Siemens will offenbar 11.600 Stellen abbauen. Das teilte Konzernchef Joe Kaeser am Donnerstag bei einer Webcast-Konferenz mit, wie der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg berichtet. Damit soll bis 2016 rund eine Milliarde Euro eingespart werden.

Bittet zum Streichkonzert: Siemens-Chef Kaeser will 11.600 Stellen wegkürzen.

(Bild: dpa)

Demnach sollen 7600 Stellen im Rahmen einer Verschlankung und Neu-Aufstellung der Konzernsparten wegfallen. Die restlichen 4000 Arbeitsplätze werden offenbar in regionalen Ländergruppierungen gestrichen. Laut Bericht solle zumindest einigen der Betroffenen eine andere Position innerhalb des Konzerns angeboten werden. Wie viele Arbeitsplätze insgesamt in Deutschland betroffen sind, ist noch nicht klar. Weltweit arbeiten 360.000 Beschäftigte für Siemens, in Deutschland rund 120.000.

Kaeser hatte anlässlich der jüngsten Quartalszahlen Anfang Mai bereits einen umfassenden Konzernumbau angekündigt, was Befürchtungen über Entlassungen geweckt hatte. Unter anderem wird die unter seinem Vorgänger Peter Löscher eingeführte Einteilung in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik sowie Infrastruktur & Städte aufgehoben und die Zahl der Divisionen von bisher 16 auf 9 reduziert. Bezüglich der Medizintechnik-Sparte merkte Kaeser laut Bloomberg an: „Wir haben nicht vor, das Medizintechnik-Geschäft zu verkaufen, aber wir sind auf alles vorbereitet, was sich anbieten könnte.“

Neben dem Umbau steckt Siemens auch gerade im Übernahmepoker um den französischen Konzern Alstom. Biet-Konkurrent General Electric hat bereits ein Angebot in Höhe von 12,35 Milliarden Euro vorgelegt und zugesagt, 1000 neue Stellen in Frankreich zu schaffen. Das Angebot von Siemens wird für den 16. Juni erwartet.

Schon im vergangenen Jahr hat Siemens ein weltweites Streichprogramm für 15.000 Stellen durchgeführt, davon rund 5000 in Deutschland. Dieses Kürzungsprogramm begann 2012 noch unter der Ägide Löschers. (axk)

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