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Kooperation von Infineon und Toshiba geplatzt

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Die Verhandlungen von Infineon und Toshiba über eine Kooperation im verlustreichen Speichergeschäft sind überraschend geplatzt. Nach intensiven Gesprächen seien sich die beiden Firmen einig, dass keine der diskutierten Optionen für beide Seiten zugleich zukunftsfähig wäre, hieß es bei Infineon. "Ich bedaure, dass die partnerschaftlich geführten Gespräche nicht fortgesetzt werden konnten und das von uns angestrebte Ergebnis nicht erzielt wurde", kommentierte Infineon-Chef Ulrich Schumacher.

Schumacher sieht aber auch für Infineon alleine im hart umkämpften Speichermarkt, in dem alle Hersteller trotz zeitweiser Preissteigerungen mit geringen Margen kämpfen, gute Chancen. "Unsere Technologieführerschaft, unsere Kostenposition in der Fertigung sowie unsere führende Rolle bei 300 mm sichern uns wichtige Wettbewerbsvorteile und eine ausbaufähige Marktposition", meinte Schumacher.

Die beiden Konzerne wollten eigentlich ein Gemeinschaftsunternehmen für Speicherchips gründen, an dem Infineon die Mehrheit gehabt hätte. Infineon und die Toshiba-Halbleitersparte hatten sich bereits auf gemeinsame Vorstellungen geeinigt, hieß es in der Branche, der Mutterkonzern Toshiba hatte aber noch nicht zugestimmt. Schumacher wollte angeblich keinesfalls die Restrukturierungskosten von etwa 500 Millionen Euro bei Toshiba übernehmen. Dieser Punkt galt als Knackpunkt bei den Verhandlungen. Infineon bleibe auch weiterhin für Kooperationen mit Herstellern von Speicherchips offen, hieß es bei dem Unternehmen nun zum Scheitern der Verhandlungen mit Toshiba -- allerdings nur, wenn sich "dadurch die Cash-Position von Infineon nicht verschlechtert". (jk)