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Korg Prologue: Synthesizer-Flaggschiff verbindet analoge und digitale Klangerzeugung

Der 16-fach polyphone Prologue-16 verknüpft die analoge Tonerzeugung des Minilogue mit digitalen Oszillatoren und Effekten, die sich per Software am PC manipulieren lassen. Der Sound ist gewaltig.

Korg Prologue: Synthesizer-Flaggschiff verbindet analoge und digitale Klangerzeugung

(Bild: Korg)

Im Vorfeld der Musikmesse NAMM Show im kalifornischen Anaheim hat Korg ein neues Synthesizer-Flaggschiff vorgestellt. Der Korg Prologue verknüpft analoge und digitale Klangerzeugung. Der Hersteller liefert ihn in zwei Varianten aus: Der Prologue-8 ist achtfach Polyphon und wird mit einer 4-Oktaven-Tastatur bespielt (49 Tasten). Der große Prologue-16 verdoppelt die Anzahl der Stimmen und bringt neben einer weiteren Oktave auf der Klaviatur (61 Tasten) auch einen analogen Kompressor mit, der den Sound weiter verdichtet. Die Preise liegen bei 1500 und 2000 Euro, die Auslieferung soll noch diesen Januar beginnen.

Wie auch schon beim kleinen Monologue und vierstimmigen Minilogue hat man auf dem großen Moped nahezu alle Klangparameter über zahlreiche Drehregler im direkten Zugriff. Dazu gehören pro Stimme zwei analoge Oszillatoren, das analoge Multimode-Filter, ein LFO sowie ADSR-Hüllkurven.

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Neu entwickelt wurde der dritte digitale Oszillator. Korg nennt ihn "VPM Oszillator", dessen "Multi-Engine" über drei unterschiedliche Sound-Engines frei programmierbar ist. Bis zu 16 Wellenformen lassen sich abspeichern und den beiden analogen Oszillatoren zumischen.

Ebenfalls neu entwickelt wurde die digitale Effektsektion für Modulations-Effekte, Echos und Hall. Sie lässt sich ebenso wie der VPM über eine im Frühjahr erscheinendes Software Development Kit frei programmieren.

Das kurze Intro-Video von Korg gibt einen ersten Überblick über den Prologue.

Da der Prologue duotimbral ist, kann er zwei Patches gleichzeitig laden und etwa einen Sound auf die untere Hälfte des Keyboards legen und den zweiten auf die obere. Oder er überlagert beide über die gesamte Klaviatur. Die beiden Effektmodule lassen sich dann für jedes der beiden Timbres getrennt einstellen oder aber für den Gesamtsound hintereinander schalten.

Wer keine Akkorde spielen mag, kann den Prologue auch im Unison-Modus betreiben. Jeder Ton wird dann aus bis zu 48 (!) Oszillatoren beim Prologe 16 erstellt, die leicht gegeneinander verstimmt eine mächtige Sound-Wand ergeben.

Per USB oder MIDI sind alle Regler digital steuerbar, sodass man Sounds in der riesigen Patch-Datenbank ablegen kann. Sie umfasst 250 Werksounds sowie 250 Plätze für eigene Kreationen. Damit man sich in der Auswahl nicht verirrt, lassen sich die Patches unterschiedlich sortieren, markieren und in Gruppen aufteilen.

An Spielhilfen hat Korg allerdings nur einen Arpeggiator eingebaut. Ein Sequenzer, wie man ihn im Monologue und Minilogue findet, fehlt leider. Zudem sind die Stereo-Ausgänge nur asymmetrisch ausgeführt und das Keyboard beherrscht keinen Aftertouch. Ansonsten gibt es bei den Spezifikationen jedoch nichts zu bemängeln.

Daniel Fischer vom US-Händler Sweetwater demonstriert eine halbe Stunde lang den extrem fetten Sound des Prologue-16.

Beeindruckend sind die ersten Sound-Demos. Der Prologue schafft unheimlich dichte Flächen und Akkorde, die sich dank der vielen Drehregler kinderleicht manipulieren lassen. Verarbeitung und Klaviatur machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Daher dürfte der Prologue auf großes Interesse stoßen. Günstigere polyphone Alternativen mit einer ähnlichen Kombination aus analoger und digitaler Klangerzeugung bieten beispielsweise Rolands JD-XA für rund 1350 Euro und Behringers Deepmind 12 für 850 Euro. Waldorf verlangt hingegen für seinen in Kürze erscheinenden achstimmigen hybriden Synthesizer Quantum 4000 Euro. (hag)

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