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Korrosion auf Microsofts Palladium

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Der Kodename Palladium hat nicht geholfen, Microsofts Authentifizierungskonzept einen edlen Anschein zu verleihen. In Zukunft sollen die zugehörigen Komponenten stattdessen auf den etwas weniger prägnanten Namen "Next-Generation secure Computing Base for Windows" hören.

Zwar streitet sich Microsoft nach Berichten des Nachrichtendienstes cnet zurzeit mit einem anderen Unternehmen um die Namensrechte am Begriff Palladium, doch die offizielle Version für den Bezeichnungswechsel nimmt darauf gar keinen Bezug: Der Name Palladium, angelehnt an das Metall, welches sich im chemischen Periodensystem direkt über Platin einordnet, sei "tarnished" durch die Kontroverse über einige Gesichtspunkte des Konzepts, hieß es in einer Erklärung von Microsofts Product Manager Mario Juarez am vergangenen Freitag. Tarnish ist die Bezeichnung für Oberflächenkorrosion, etwa wenn sich Bronze mit Grünspan überzieht -- bei echtem Palladium nicht zu beobachten.

Die Urheber selbst sind am verblassten Glanz des Palladium-Konzepts nicht ganz unschuldig: Erst vor ein paar Tagen waren dessen Protagonisten auf einem Workshop mit fragwürdigen Äußerungen zu vernehmen gewesen.

Im Nachhinein könnte man fast vermuten, Microsofts Namensgebung habe sich nicht eigentlich an dem Element orientiert, sondern am Anlass für dessen Benennung: Das Metall war nämlich bei seiner Entdeckung im Jahre 1803 nach dem kurz zuvor entdeckten Planetoiden Pallas getauft worden -- eine Randerscheinung des Sonnensytems, mal sichtbar, mal nicht. (hps)