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Korruptionsaffäre bei Siemens erreicht die Konzernspitze

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Die Affäre um schwarze Kassen, Bestechungsgelder und Schmiergeldzahlungen bei Siemens zieht immer weitere Kreise: Nun erreicht sie auch die Konzernspitze. Mehrere Beschuldigte haben nach Informationen der Süddeutschen Zeitung neben dem bereits verhafteten früheren Zentralvorstand Thomas Ganswindt, der für die Netzwerk- und Kommunikationssparte Com zuständig war, auch die Namen anderer Spitzenmanager genannt. Sie sollen von Schwarzgeldkonten oder sogar von Korruptionsvorgängen gewusst haben. Dies habe der frühere Finanzvorstand der Sparte Telekommunikation, Michael Kutschenreuter, der Staatsanwaltschaft erklärt, schreibt die Tageszeitung.

Es seien beispielsweise Anfang des vergangenen Jahres 38 Millionen Euro an die Firma eines früheren Geschäftspartners in Saudi-Arabien gegangen, der Siemens wegen angeblicher illegaler Provisionszahlungen mit der US-Börsenaufsicht SEC gedroht habe. Die Konzernspitze sei über diesen Vorgang informiert gewesen. Das Unternehmen erklärte gegenüber der Zeitung, eine entsprechende Zahlung sei geflossen. Dieser Vorgang sei jedoch in Ordnung gewesen. Die Anschuldigungen Kutschenreuters seien "unhaltbar".

Derweil bereitet sich die Führungsspitze von Siemens offenbar bereits darauf vor, selbst in die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einbezogen zu werden; sie sicherte sich die Hilfe prominenter Strafverteidiger. Außerdem wird der Druck auf Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer größer, der als Vorstandschef bei Siemens fungierte, als das System der schwarzen Kassen in vollem Umfang aktiv war. Pierer müsse zurücktreten, um eine lückenlose Aufklärung zu ermöglichen, forderten zwei Aufsichtsratstmitglieder im Gespräch mit der Süddeutschen.

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