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Korruptionsskandal: Erneut Haftbefehl gegen Samsung-Kronprinz beantragt

Die Staatsanwaltschaft hat eigenen Angaben zufolge neue Verdachtsmomente und versucht ein zweites Mal, einen Haftbefehl gegen Samsung-Kronprinz Lee Jae-Yong zu erwirken. Auch ein anderer Top-Manager soll verhaftet werden.

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Noch hat er gut Lachen: Gegen Samsungs Kronprinz Lee Jae-Yong wollen die Ermittler einen Haftbefehl erwirken.

(Bild: Samsung)

Nächster Akt im südkoreanischen Korruptionsskandal: Zum zweiten Mal versucht die Staatsanwaltschaft, einen Haftbefehl gegen hohe Manager des Elektronikkonzerns Samsung zu erwirken. Das Unternehmen ist im Zuge des Skandals um die von Amtsenthebung bedrohte Staatspräsidentin Park Geun-Hye ins Visier der Ermittler geraten.

Die Staatsanwaltschaft habe bei Gericht einen Haftbefehl gegen Samsungs Kronprinz Lee Jae-Yong sowie gegen Präsident Park Sang-Jin beantragt, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Gegen die beiden Spitzenmanager gebe es neue Vorwürfe, über Einzelheiten wolle die Staatsanwaltschaft aber keine Angaben machen. Am Donnerstagmorgen (Ortszeit) werde ein Gericht entscheiden, ob die neuen Vorwürfe für einen Haftbefehl ausreichen.

Die Ermittler hatten im Januar bereits einmal vergeblich versucht, einen Haftbefehl gegen Lee zu beantragen. Sie werfen dem Management des Konzerns Bestechung, Veruntreuung und Meineid vor. Samsung soll als Gegenleistung für die Förderung von Unternehmen und Stiftungen einer Vertrauten der Präsidentin politische Unterstützung für die Fusion zweier Firmentöchter erhalten haben. Das Unternehmen weist das zurück. "Samsung hat niemals die Präsidentin bestochen und eine Gegenleistung oder unerlaubte Gefallen erwartet", heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns.

Park Geun-Hyes langjährige Freundin Choi Soon-Sil ist die Schlüsselfigur in dem Skandal, der die südkoreanische Präsidentin voraussichtlich das Amt kosten wird. Choi soll unter anderem dank ihrer Beziehungen zu Präsidentin Park Sponsorengelder für ihre Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert haben. Samsung-Manager Lee soll Choi insgesamt 43 Milliarden Won (rund 34 Millionen Euro) gezahlt oder zumindest zugesagt haben. Lee, Sohn von Ex-CEO Lee Kun-Hee, weist die Vorwürfe zurück und beteuert seine Unschuld.

Das südkoreanische Parlament hatte im Dezember 2016 mit großer Mehrheit ein Amtsenthebungsverfahren gegen Staatspräsidentin Park beschlossen. Nun muss das Verfassungsgericht des Landes innerhalb eines halben Jahres über die Amtsenthebung entscheiden. Bis dahin bleibt Park vom Amt suspendiert. Premierminister Hwang Kyo-Ahn hat die Amtsgeschäfte vorläufig übernommen. (vbr)