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Kosmonaut des ersten Sojus-Apollo-Treffens gestorben

Mitten im kalten Krieg hatte Valeri Kubassow mit dem ersten Kopplungsmanöver eines russischen und eines US-amerikanischen Raumschiffes im Weltall für weltweites Aufsehen gesorgt.

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Der russische Kosmonaut Valeri Kubassow ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 80 Jahren verstorben. Dies berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti unter Berufung auf eine Mitteilung des russische Luft- und Raumfahrtkonzern RKK Energija vom vergangenen Donnerstag. Kubassow war Bordingenieur des Raumschiffes Sojus 19 während ihres Kopplungsmanövers im Weltall am 17. Juli 1975 mit dem US-amerikanischen Raumschiff Apollo. Der Start der Sojus-19-Kapsel am 15. Juli 1975 vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur war zudem der erste Start einer russischen Weltraumrakete, der live im Fernsehen übertragen wurde.

Das anschließende Kopplungsmanöver war das erste zwischen Raumschiffen verschiedener Länder überhaupt und kann somit als Geburtsstunde der internationalen Kooperation im Weltall bezeichnet werden. Die beiden Raumschiffe konnten nicht direkt mit einander verbunden werden, sondern benötigten ein eigens dafür entwickeltes Kopplungsmodul.

Nahm an der historischen Weltraum-Mission Sojus-Apollo von 1975 teil: Kosmonaut Valeri Kubassow.

(Bild: RIA Novosti. Alexander Mokletsov)

Kosmonaut Kubassow hatte 1958 die Moskauer Hochschule für Flugzeugbau (MAI) absolviert und wurde 1966 in die Riege der Kosmonauten aufgenommen, wo er bis 1993 tätig war. Vor der Sojus-Apollo-Mission von 1975 war er bereits 1969 an einer Mission mit Sojus 6, seinem ersten Weltraumflug, beteiligt. Im Jahr 1980 folgte sein dritter und letzter Weltraumflug als Kommandeur der Sojus 36. Danach arbeitete Kubassov wieder als Konstrukteur und war unter anderem an der Entwicklung der russischen Raumstation MIR beteiligt. Ab 1993 war er stellvertretender Direktor bei RKK Energija. Nachm dem bereits 1993 verstorbenen Amerikaner Donald Slayton, dem Piloten des Kopplungsmoduls von Sojus-Apollo, sind von den Teilnehmern der historischen Mission nur noch der Kommandant der Sojus 19, Alexei Leonow, sein amerikanischer Kollege Thomas Stafford sowie der Apollo-Pilot Vance Brand am Leben.

Die Mission fand mitten im kalten Krieg und während eines verschärften Wettrüstens der damaligen Supermächte USA und Sowjetunion statt, bei dem gerade die Raketentechnik eine große Rolle spielte. Das friedliche Manöver im Weltall galt daher als ein Vorbote für eine mögliche Entspannung und wurde weltweit von Millionen Zuschauern verfolgt. (tig)