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Kostenloses WLAN erst für wenige Bundeswehr-Soldaten

Ursula von der Leyen kann ihr Versprechen, alle Bundeswehrstandorte mit kostenlosem WLAN auszurüsten, vorerst nicht einlösen.

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Kostenloses WLAN

(Bild: dpa, Jan Woitas)

Es dauert noch eine ganze Weile, bis das geplante kostenlose WLAN für alle Bundeswehr-Soldaten in Deutschland Wirklichkeit wird. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte den fast 180.000 Soldaten und Soldatinnen nach Angaben des Spiegel schon 2014 schnelles und kostenloses Internet in den Bundeswehrgebäuden versprochen. Nun räumte ihr Ministerium ein, dass bisher erst 2.100 Soldaten an fünf Pilotstandorten kostenloses WLAN nutzen können.

Das sagte eine Ministeriumssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins. Für in Bundeswehr-Unterkünften untergebrachte Soldaten solle es nach den derzeitigen Plänen bis Ende 2020 freien Netzzugang geben, sagte die Sprecherin. Rund 2.200 Gebäude an etwa 260 Standorten müssen demnach insgesamt WLAN-fit gemacht werden.

Die Verzögerung erklärte die Sprecherin mit "baulichen Maßnahmen", die umfangreich seien. Aufgehalten wurde das Projekt aber vor allem durch langwierige Verhandlungen mit der Telekom, die zunächst als Ausrüster vorgesehen war. Der Ex-Monopolist soll aber gefordert haben, dass die Bundeswehr die Kosten für die Verkabelung von den Netzknoten zu den Standorten übernehme.

Im Sommer 2017 wurde dann die BWI mit dem Projekt betraut, der IT-Dienstleister für Bund und Bundeswehr. Die verantwortliche Abteilungsleiterin im Verteidigungsministerium wurde Ende März dieses Jahres ohne Angabe von Gründen in den Ruhestand geschickt. Die Soldaten behelfen sich derweil mit privat angeschafften mobilen Hotspots und nutzen dazu besondere Angebote der Provider für Bundeswehrangehörige. (js)