Krankenversicherung will mit Gesundheits-App Geld sparen

Die US-Gesellschaft Aetna will mit einer neuen App persönliche Gesundheitsdaten für Verbraucher, Unternehmen und Ärzte nutzbar machen.

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Von
  • Ben Schwan

Die US-Krankenversicherung Aetna will mit einer neuen App persönliche Gesundheitsdaten für Verbraucher, Unternehmen und Ärzte nutzbar machen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Programm namens CarePass dient als Zentrale für Daten aus medizinischen Tracking-Geräten und – wenn sie einwilligen – Patientenakten. Mit der App können sich Nutzer bestimmte Ziele setzen, etwa, was Fitnessniveau oder Körpergewicht betrifft. Unterstützt werden Geräte wie die von Fitbit sowie Daten von externen Anwendungen wie MapMyRun.

Auch medizinische Daten von Arztbesuchen, von Medikamenten-Rezepten sowie von Blutdruck- oder Cholesterinspiegel-Messungen können erfasst werden. Aus diesen Daten generiert eine Software namens iTriage, von Aetna 2012 gekauft, Diagnosen zu Symptomen. Auch einige andere Krankenversicherungen, darunter Kaiser Permanente, verfolgen eine ähnliche Strategie. Aetna scheint aber am konsequentesten voranzupreschen. CarePass enthalte verschiedene Datenschnittstellen, über die Nutzer ihre Gesundheitsdaten auch Dritten – etwa Ärzten oder Software-Entwicklern – zur Verfügung stellen können, sagt die Firma.

Das Angebot an Gesundheits-Apps ist bereits riesig: Fast 50.000 mobile Anwendungen wollen Menschen helfen, ihren körperlichen Zustand zu vermessen und sich leichter mit Ärzten und Apotheken auszutauschen. Um Kosten zu sparen, werden Krankenversicherungen wohl verstärkt auch finanzielle Anreize setzen, um Daten mit ihnen zu teilen. Aetna plant auch ein Gesundheitsportal für Arbeitgeber.

Die Kostenreduzierung im Gesundheitssystem werde künftig wohl maßgeblich von den Arbeitgebern vorangetrieben, schätzt Martha Wofford, Vice President für Verbraucherplattformen bei Aetna. Man sehe bereits, dass einige Unternehmen hier sehr energisch vorangingen, etwa die Supermarktkette Safeway. Die überprüft, ob ihre Angestellten rauchen, indem sie bei diesen Abstriche an den Wangen vornimmt. Nach US-Recht können Krankenversicherer von Rauchern höhere Beiträge verlangen.

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(bsc)