Kriminalbeamte schlagen "Notrufsäule" im Netz vor

Mit einem Informationsportal und einem virtuellen Notrufsystem will der Bund Deutscher Kriminalbeamter Aufklärungsarbeit und erste Hilfe bei Übergriffen im Netz leisten.

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Von
  • Volker Briegleb

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) spricht sich für mehr Sicherheit im Netz aus und hat der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein umsetzungsreifes Konzept vorgelegt. Das sagte BDK-Chef Klaus Jansen der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das Konzept umfasst eine Aufklärungskampagne unter dem Motto "Der 8. Sinn im Netz" sowie das Online-Angebot "Web Patrol" und eine Software, mit der Übergriffe oder Verstöße im Netz gemeldet werden können. Das Konzept will Jansen am morgigen Dienstag auf dem 14. Deutschen Präventionstag in Hannover der Öffentlichkeit vorstellen.

"Web Patrol" ist ein Projekt des BDK und der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) unter Mitarbeit von Vertretern aus Forschung und Wirtschaft. Zu den Partnern gehören T-Systems, Microsoft und das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS). "Web Patrol" umfasst ein Informationsportal, das "zielgruppenorientiert" über Fragen der Sicherheit und des Verhaltens im Netz informieren soll. Dazu gibt es ein kleines Programm, über das verdächtige Inhalte direkt an eine "unabhängige Clearingstelle" gemeldet werden können, wie BDK-Sprecher Bernd Carstensen gegenüber heise online erläutert.

Die parallel zum Browser laufende Software soll "so eine Art Notrufsäule" im Netz sein, "ein 110 im Internet", erklärt Carstensen. Darüber können Internetnutzer unter Angabe von Name und E-Mail Inhalte melden, die ihnen "spanisch vorkommen". Dabei gehe es um fragwürdige Umtriebe, Datenklau, Übergriffe in Chatrooms und strafrechtlich relevantes Material. In der Clearingstelle soll ein interdisziplinäres Team aus Kriminalisten, Psychologen und Soziologen die eingehenden Meldungen bewerten und an zuständige Institutionen weiterleiten sowie erste Rückmeldung geben. (vbr)