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Kriminalisten-Tagung: Das Internet als Tatmittel für eine Vielzahl von Straftaten

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An der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster ist am heutigen Mittwoch eine zweitägige Konferenz zum Thema Internetkriminalität zu Ende gegangen. Rund einhundert Vertreter von Polizei, Justiz, Wirtschaft und Sicherheitsunternehmen diskutierten im Rahmen der 4. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik (DGfK) über terroristische und extremistische Aktivitäten im Internet, Kinderpornografie und deren internationale Verflechtung, klassische Computerkriminalität und illegale Angriffe auf Datennetze, sowie die Problematik von Urheberrechtsverletzungen.

Als Referenten wurden unter anderem Experten vom BSI und BKA sowie von diversen Landeskriminalämtern und regionalen Polizeibehörden gewonnen (PDF-Datei). Der in Kinderpornografie-Fällen leitende Ermittler der Staatsanwaltschaft Halle, Oberstaatsanwalt Peter Vogt, referierte zum Thema "Secondlife und Kinderpornografie". Die wegen Mängeln in der Unabhängigkeit in die Kritik geratene Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) führte unter eigener Regie und mit Referenten aus den eigenen Reihen einen Workshop zum Thema "Urheberrechtsverletzungen – Alleinaufgabe der Strafverfolgungsbehörden?" durch.

Die Ergebnisse der Tagung hätten zu der erschreckenden Erkenntnis geführt, dass die Internetkriminalität in ihren vielen Facetten inzwischen alle gesellschaftlichen und privaten Bereiche durchdringe, heißt es in einer Abschlusserklärung der DGfK. Das Internet sei inzwischen "Tatmittel für eine Vielzahl von Straftaten unterschiedlicher Art". Aus den Diskussionen habe sich "die zwingende Notwendigkeit eines interdisziplinären und grenzüberschreitenden Bekämpfungsansatzes von Sicherheitsunternehmen, Strafverfolgungsbehörden, Wirtschaftsunternehmen und Internetanbietern ergeben".

Die Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik forderte als Konsequenz die Einrichtung eines interdisziplinär ausgerichteten Lehr- und Forschungsbereich des Fachgebietes Kriminalistik an einer Universität oder einer Hochschule oder alternativ die Schaffung eines Lehrstuhls für digitale Forensik und den Informationsaustausch über nationale Grenzen hinweg. Die Politik wurde aufgefordert, eindeutige Rechtsgrundlagen für die Strafverfolgung und Prävention von Internetkriminalität zu schaffen. (pmz)