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Kryptowährungen: Kriminelle greifen Kryptogeld-Börsen an

Wo Geld zu holen ist, sind auch Verbrecher – und die machen laut einer Studie intensiv von den neuen Möglichkeiten bei digitalen Währungen wie Bitcoin Gebrauch.

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Kriminelle stehlen von Börsen Kryptowährungen im Wert von Milliarden Dollar

(Bild: "Vires In Numeris" / Zach Copley / cc-by-sa-2.0)

Das zunehmende Interesse an digitalen Währungen wie Bitcoin lockt immer stärker auch Kriminelle an. Nicht nur gibt es mehr oder wenige geschickte Betrugsfälle mit angeblich hoch lukrativen Initial Coin Offerings (ICOs), Cyber-Verbrecher greifen auch direkt verschiedene Börsen für den Handel von Kryptowährungen an und erbeuten dort hohe Beträge. Laut einem Bericht der Sicherheitsfirma CipherTrace kamen den eigentlichen Besitzern auf diese Weise im ersten Halbjahr bereits 761 Millionen Dollar abhanden, im Gesamtjahr sollen es mehr als 1,5 Milliarden Dollar werden. Das berichtet Technology Review online in „Krypto-Verbrecher auf dem Vormarsch“.

„Im ersten und zweiten Quartal 2018 wurde fast dreimal so viel Kryptogeld gestohlen wie im gesamten Jahr 2017“, schreiben die Beobachter von CipherTrace in ihrem Bericht. Darüber hinaus würden auch Terrorgruppen und böswillige Staaten ihre Aktivitäten mit Hilfe von Digitalgeld betreiben. „Das Wachstum des gesamten Marktes hat eine ganz neue Generation von Cyberkriminellen geschaffen, die es vor 15 Monaten noch gar nicht gab“, sagte David Jevans, CEO von CipherTrace, in einem Interview mit Bloomberg.

Allerdings sind Kryptowährungen, allen voran das Original Bitcoin, zwar pseudonym, aber nicht anonym, sodass sich Verbrechen noch Jahre in Nachhinein aufdecken lassen, wenn erst einmal die Identität hinter einer Adresse erkannt ist. Die Gewinne aus Börsen-Diebstählen und anderen kriminellen Cybergeld-Aktivitäten sind also erst sicher, wenn die Spuren sauber verwischt sind. Hierfür bieten sich spezielle Mixer- oder Tumbler-Dienste an, die Kryptowährungen von vielen Nutzern in einen Pool leiten und dann über Umwege wieder auszahlen. Die US-Behörden haben allerdings angekündigt, solche Dienste auch im Ausland nicht in Ruhe zu lassen, und einige haben den Betrieb bereits wieder eingestellt.

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