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Krisenradar: CDU plant schnelle Online-Eingreiftruppe nach Rezo-Alarm

Als Reaktion auf das "Zerstörungsvideo" von Rezo will CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak ein Radar für Social Media und einen speziellen Newsroom schaffen.

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Youtuber Rezo brachte die CDU mit seinem Video in Verlegenheit.

(Bild: Youtube (Screenshot))

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Der massiven Kritik des YouTubers Rezo an der eigenen Klimapolitik in einem millionenfach geklickten Video hatte die CDU im Mai wenig entgegenzusetzen und befeuerte mit ihrer vielfach als tollpatschig empfundenen Reaktion sogar noch die öffentliche Debatte. Der Generalsekretär der Partei, Paul Ziemiak, musste Schwächen in der Öffentlichkeitsarbeit einräumen. Damit soll nun Schluss sein: Eine schnelle Eingreiftruppe mit geeigneten Spindoktoren für die sozialen Medien soll es künftig richten.

Ziemiak will als Reaktion auf Rezo neue kommunikationspolitische Arbeitsabläufe in der Berliner CDU-Zentrale setzen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf ein Konzept mit dem Titel "Neu.Start.". Um schneller auf Ereignisse im "Neuland" eingehen zu können, soll demnach etwa ein "Krisenradar" geschaffen und ein Newsroom mit einem "Team von etwa einem Dutzend Mitarbeitern" eingerichtet werden. Ziel sei es, rund um die Uhr zu "sehen, wenn sich etwas zusammenbraut". Jüngst hatte die Partei bereits selbstironisch über Twitter Jobs angeboten für Personen, "die sich mit diesem Internet auskennen".

Dafür sieht die auf 54 Seiten ausgebreitete Strategie dem Bericht nach Warnhinweise in drei Stufen vor: "Beobachten, Vorbereiten, Eingreifen". Außerdem soll die Gruppe laufend Bericht erstatten zu den Fragen: "Worüber debattiert das Netz? Worüber unsere Wähler? Wo spielen wir eine Rolle?". Generell laute die Losung für die speziellen Nachrichtenredakteure "cross-medial einheitlich und umfassend" zu kommunizieren, um "zielgruppenspezifisch, kanalgerecht und zweckbestimmt" auf dem Punkt zu landen.

Ziemiak wolle zudem ein "Krisenhandbuch" für die Mitarbeiter der CDU-Zentrale erstellen lassen, heißt es weiter. Dieses solle in einer abgespeckten Version auch den Landesverbänden zur Verfügung gestellt werden. Die Zahl der Schleifen zur Freigabe etwa von Pressemitteilungen und sonstigen Kommuniqués will der Generalsekretär reduzieren. Geplant sei ferner eine "Kommunikationskonferenz mit integriertem Digital Bootcamp", zu der die hauptamtlichen "Kommunikatoren der Landesverbände und Bundesvereinigungen", aber auch "ehrenamtliche Multiplikatoren" eingeladen werden sollen.

Das Agieren im Fall des Videos zur "Zerstörung der CDU" bezeichnet Ziemiak als ziemlich desaströs, nämlich als "langsam, dialogunfähig, nicht zielgruppengerecht (= uneffektiv)". Dabei seien laut einer Analyse zunächst nur rund 23 Prozent aller Reaktionen im Netz "pro Rezo" gewesen, zehn "pro CDU", also etwa 68 Prozent noch unentschlossen. Diese Gruppe gelte es künftig direkt anzusprechen und zu überzeugen. Kritikern des geplanten neuen Kurses zufolge lässt der Generalsekretär nun jedoch nur offen, mit welchen Inhalten die in ihrer Meinung noch weitgehend ungeformte Mehrheit gewonnen werden soll. Hier könnte sich nach wie vor herausstellen, dass der Kaiser etwa im Bereich Klimaschutz gar keine Kleider anhabe. (axk)