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Krita 4.2: Malen in HDR

Für die Krita-Entwickler ist ihr freies Mal- und Zeichenprogramm die erste Software, in der man Bilder in HDR erschaffen kann – vorerst nur unter Windows.

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(Bild: Tyson Tan/Krita)

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Nach knapp einem Jahr Entwicklung haben die Krita-Entwickler mit Version 4.2 ein neues Major Release veröffentlicht. Dieses bietet nicht nur den HDR-Modus an, sondern verbessert auch die Unterstützung für Grafiktabletts und steigert die Performance. Daneben sind einige Verbesserungen in Stabilität und Details eingeflossen.

Rechtzeitig zum diesjährigen Libre Graphics Meeting in Saarbrücken veröffentlichte das Krita-Team um Boudewijn Rempt die neueste Version des digitalen Mal- und Zeichenprogramms. Besonders stolz ist man auf die HDR-Funktionalität. "Es geht nicht darum, mehrere Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen zusammenzuführen in ein HDR-Bild mit begrenzter Dynamik", betont Krita-Maintainer Rempt. "In Krita kann man ein neues Bild von Beginn an in HDR erschaffen und bearbeiten."

Doch die allermeisten User werden es gar nicht einsetzen können, denn sie benötigen spezielle Hardware – wie die Grafikeinheit von Intel seit der siebten Core-Generation –, einen Monitor mit DisplayHDR sowie entsprechende Treiber. Letztere gibt es derzeit nur für Windows 10. Die Liste der kompatiblen HDR-Monitore ist noch überschaubar und die Geräte sind kostspielig.

Die HDR-Optionen sind in den Krita-Einstellungen nur sichtbar, wenn das Gesamtsystem HDR unterstützt.

(Bild: Krita)

Den leuchtenden Augen von Krita-Entwicklerin Agata Cacko nach, beeindruckt die Technik dennoch: "Man hat ein größeres Spektrum und es sieht einfach großartig aus". Möglich wurde die Entwicklung der Funktion durch eine Zusammenarbeit mit Intel. Der Chiphersteller sponsorte die Arbeit von Krita-Programmierer Dmitry Kazakov. Wenn HDR aktiv ist, bietet der Farbauswähler einen Extra-Regler für die Leuchtdichte. Um HDR zu aktivieren, muss man es zunächst in Windows einschalten und sieht dann im Krita-Einstellungsmenü die entsprechenden Optionen. Details finden sich in Kritas Vorankündigung zum HDR-Support.

Da der Pinsel performanter reagiert, fühlt sich das Malen flüssiger an.

(Bild: Krita)

Krita kann laut eigenen Angaben die Geschwindigkeit verbessern. Durch Optimierung des Programmcodes steigert sich die Performance bei Multithreading, wenn mehr als zwei Kerne zum Einsatz kommen. Durch GPU-Vektorisierung skaliert der Pinsel besser und verhält sich selbst bei hohen Auflösungen flüssig. Die Verbesserungen gehen auf die Arbeiten der Summer of Code-Stipendiaten Andrey Kamakin und Ivan Yossi aus dem vergangenen Jahr zurück.

Die Krita-Entwickler haben ihre eigenen Ansätze zur Unterstützung von Grafiktabletts in die Qt-Bibliothek eingebracht. Das verbessere die Nutzung von Setups mit mehreren Monitoren und bringt Unterstützung für weitere Geräte. Mit dem Umstieg von Krita auf Qt 5.12 habe es zunächst Rückschritte im Tablett-Support gegeben, erläuterte Krita-Entwicklerin Agata Cacko gegenüber Heise. Das Team hat diverse Patches bei Qt eingereicht, aber diese sind noch nicht alle in den Linux-Distributionen eingepflegt. Die Windows- und Mac-Varianten von Krita sowie die als AppImage gepackten Linux-Varianten enthalten aber alle Patches.

Krita-Entwicklerin Agata Cacko und Maintainer Boudewijn Rempt

Weitere Neuerungen sind in den Veröffentlichungsnotizen auf der Krita-Website aufgeführt, ebenso die entsprechenden Download-Links für Krita 4.2. Derzeit konzentriert sich das Krita-Team vor allem auf Fehlerbehebungen, was auch der Fokus für das nächste Fundraising ist. Krita beschäftigt derzeit vier Entwicklerinnen bzw. Entwickler in Vollzeit und finanziert sich über Einnahmen aus Steam, dem Windows-Store und Spenden. Krita 4.3 soll in diesem Herbst erscheinen.

Weiter Informationen:

(ktn)