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Kritik an ICANN-Umgang mit falschen Registrierungsdaten von Domains

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Nach Schätzungen des US-Rechnungshofs sind mehr als fünf Prozent aller Internet-Domains der drei Top Level Domains .com, .net und .org unter Angabe falscher Daten bei den Registries, also den Registierungsdatenbankbetreibern für die jeweiligen Domains, eingetragen. Das U.S. Government Acccountability Office fragte dazu die Registrierungsinformationen über den Whois-Dienst ab und testete bei Fehlern die Reaktion der Registries und der DNS- und Internet-Verwalter von der ICANN innerhalb eines Monats.

Laut dem am gestrigen Mittwoch veröffentlichten GAO-Bericht von Anfang November entsprechen Telefonnummern oder andere Kontaktdaten von rund 2,3 Millionen Domain-Einträgen offensichtlich nicht der Wahrheit oder gehen sogar bewusst an ihr vorbei. In diesen Fällen seien die Angaben nicht mit Referenzdaten abgeglichen worden. Weitere 1,6 Millionen oder 3,6 Prozent aller Domain-Betreiber haben mindestens ein Pflichtfeld ausgelassen und damit unvollständige Daten hinterlegt. Insgesamt kommt der Rechnungshof damit zur erschreckend hohen Zahl an fehlerhaften Domain-Daten von fast 3,9 Millionen oder 8,65 Prozent aller untersuchten Domains.

In seinem Report kritisiert das GAO die mangelnde Interventionsbereitschaft. Bei 45 gemeldeten Domains mit fehlerhaften Registrierungsdaten konnte die ICANN in 30 Tagen nur 11 der jeweiligen Inhaber dazu bewegen, ihre Angaben zu korrigieren. Die Daten von 33 zweifelhaften Domains waren danach immer noch falsch und nur eine einzige Domain wurde gesperrt – sie stand schon seit längerem unter Beobachtung der ICANN.

Die beanstandeten Mängel bei der Überprüfung und die eventuell betrügerischen Absichten einiger Domains haben das US-Handelsministerium und die ICANN dazu bewogen, in einem Registrar Accreditation Agreement eine Meldepflicht bei fehlerhaften Angaben festzulegen. Eine Vereinbarung fordert die ICANN außerdem zur verstärkten Kontrolle der Whois-Dienste auf. (mhe)