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Kritik aus China an Trumps "Twitter-Diplomatie"

Spätestens seit seiner Wahl zum US-Präsidenten werden die berüchtigten Tweets von Donald Trump nicht nur in den USA besonders aufmerksam gelesen. Nun hat die größte chinesische Nachrichtenagentur deutliche Kritik an Trumps Twitter-Nutzung geübt.

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Kritik aus China an Trumps "Twitter-Diplomatie"

Die größte chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat in einem Kommentar deutliche Kritik an der Gewohnheit des gewählten US-Präsidenten Donald Trump geübt, sich per Twitter außenpolitisch zu äußern. Wie die New York Times zitiert, heißt es in dem auf Chinesisch veröffentlichten Text, jeder wisse, dass Außenpolitik kein Kinderspiel sei und auch nicht wie Geschäftsverhandlungen ablaufe. Mit Äußerungen wie jener, dass die Vereinten Nationen nur dazu da seien, eine gute Zeit zu verbringen, würden jahrzehntealte Gepflogenheiten gebrochen. Twitter dürfe kein Werkzeug der Außenpolitik werden, so der Kommentar, der die Meinung der chinesischen Führung ausdrücken dürfte.

Mit dem Kommentar reagiert die staatliche Nachrichtenagentur offenbar auf einen Tweet Donald Trumps, in dem der den chinesischen Umgang mit Nordkorea kritisiert. Der war aber nur einer in einer ganzen Reihe china-kritischer Äußerungen, auf die die Führung in Peking bislang eher zurückhaltend reagiert hat. Die in Hongkong ansässige South China Morning Post meint, das und der nun veröffentlichte Kommentar zeige, dass China noch nicht wisse, wie mit Trumps berüchtigten Tweets umzugehen sei. Peking bevorzuge Diplomatie hinter verschlossenen Türen, aber es sei abzusehen, dass Trump sich auch im Amt mit seinen Tweets nicht zurückhalten wolle. (mho)