Krypto-Messenger Signal in Ägypten blockiert

In Ägypten wird offenbar seit dem Wochenende Signal blockiert. Der Betreiber des Krypto-Messengers hat das bestätigt und rät zum Umweg über Tor oder einen VPN-Dienst. Bald soll Anti-Zensur-Technik folgen, verspricht Open Whisper Systems.

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Signal auf einem Smartphone

(Bild: Open Whisper Systems)

Von
  • Martin Holland

Der verschlüsselnde Messenger Signal von Open Whisper Systems wird offenbar seit dem Wochenende in Ägypten blockiert. Das teilte das US-Unternehmen nach einer Überprüfung verschiedener Nutzerberichte auf Twitter mit. Gleichzeitig kündigte der Dienst des Entwicklers Moxie Marlinspike an, in den nächsten Wochen Technik veröffentlichen zu wollen, mit deren Hilfe man derartige Zensur umgehen können soll. Bis dahin könne der Anonymisierungsdienst Tor oder ein VPN genutzt werden, um Signal weiterhin nutzen zu können. Der Dienst bietet Kommunikation mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, weder der Anbieter noch staatliche Behörden können also Kommunikationsinhalte einsehen.

Der Grund für die mögliche Zensur ist dem Journalistennetzwerk Mada Masr zufolge noch unklar. Eine mögliche Erklärung für die Art der Probleme sei eine dezentrale Maßnahme staatlicher Behörden gegen die Kommunikationsplattform. Es sei davon auszugehen, dass der Zugang zu Signal mindestens instabil oder weiterhin ganz blockiert bleiben werde. Das sei auch nicht die einzige Einschränkung in der Internetnutzung in dem nordafrikanischen Land. Dort würden verschiedene Internetseiten und Protokolle blockiert oder zumindest geschwächt, hatten jüngst die Aktivisten des Open Observatory of Network Interference (OONI) dokumentiert. (mho)