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Kuba bietet Einwohnern mobiles Internet an

Auf dem staatlich organisierten Weg ins Internet will Kuba den nächsten Schritt wagen: Bis Ende des Jahres sollen alle Mobilfunkkunden auch ins Internet können.

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Kuba bietet mobiles Internet an

(Bild: GregMontani)

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In Kuba hat der staatliche Provider begonnen, Verträge für einen mobilen Internetzugang anzubieten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und ergänzt, dass das Angebot bis Jahresende landesweit verfügbar sein soll.

Der Schritt war 2017 angekündigt worden und ist ein weiterer hin zu mehr Offenheit für die Karibikinsel. Journalisten waren demnach die ersten, die in den Genuss der neuen Tarife gekommen sind. Während die Führung des sozialistischen Staats das Internet für Wirtschaftswachstum und zur Verteidigung der Revolution nutzen will, halten Beobachter eine Schwächung der Staatsführung durch eine Öffnung für möglich.

Kuba hinkt bei Internetzugängen den meisten Ländern deutlich hinterher, doch inzwischen ist es fast einhellige Meinung, dass eine Öffnung nötig ist. Bei der technischen Umsetzung tut sich die kubanische Telekommunikationsfirma Etecsa aber schwer und die Verkabelung der Insel geschieht im Zeitlupentempo. Noch immer können sich die meisten Kubaner nur in WLAN-Hotspots oder staatlichen Internetcafés einwählen. Für immer mehr Regionen bietet Etecsa nun auch private Internetanschlüsse an, dort kostet das Internet aber zwischen 13 und 60 Euro für insgesamt 30 Stunden im Netz – und das bei einem monatlichen Durchschnittslohn von 26 Euro.

Welchen Preis Etecsa für den mobilen Internetzugang verlangen will, ist laut Reuters noch nicht bekannt. Aber für 4 Gigabyte Datenvolumen müssen Unternehmen und Botschaften rund 38 Euro bezahlen. Sollte der Preis sich in dieser Höhe bewegen, dürfte also auch dieser Schritt dürfte den bislang eher langsamen Fortschritt bei der Ausweitung des Zugangs zum Internet nicht merklich beschleunigen. (mho)

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