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Kuba und Google verhandeln über Zusammenarbeit beim Internetzugang

Die staatliche Telefongesellschaft Etecsa und Google wollen zusammen den Internetzugang auf Kuba verbessern. Möglich macht dies ein Schlupfloch.

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Offene WLAN-Zugänge sind begehrt in Kuba

(Bild: Othmar Kyas CC BY-SA 4.0)

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Trotz der politischen Spannungen zwischen den USA und Kuba wollen die staatliche Telefongesellschaft von Kuba Etecsa und der US-Internetkonzern Google die Chancen für eine Kooperation ausloten. Die beiden Unternehmen unterzeichneten am Donnerstag eine entsprechende Absichtserklärung. Demnach nehmen das Telekommunikationsunternehmen und Google Verhandlungen über einen direkten und kostenfreien Zusammenschluss ihrer Netzwerke (Peering) auf. Damit soll der Internetzugang in Kuba verbessert werden. Außerdem sei so ein schnellerer Zugang zu Google Services wie die Google Suche oder YouTube möglich.

Die Zusammenarbeit soll aufgenommen werden, sobald die technischen Rahmenbedingungen dies zulassen. Einen genauen Zeitplan für die Zusammenschaltung der Netze gibt es derzeit nicht. "Die Unterzeichnung der Absichtserklärung ist ein Beweis dafür, dass US-Firmen weiterhin an Geschäften mit Etecsa interessiert sind", hieß es in einer Mitteilung von Etecsa.

"Wir haben eine Arbeitsgruppe aus Ingenieuren von Etecsa und Google gegründet, um Möglichkeiten für den Austausch zu prüfen und zu analysieren", sagte der Google-Vertreter in Kuba, Brett Perlmutter. Die Initiative erlaube "eine effizientere Nutzung unserer internationalen Internet-Kapazitäten", sagte Luis Adolfo Iglesias von Etecsa.

Die kubanischen Handelsbeziehungen zu den USA haben sich unter US-Präsident Donald Trump wieder verschärft. Zuvor hatte die Vorgänger-Regierung Barak Obamas 2015 die Handelsbeschränkungen gelockert. Ein Überbleibsel davon ist die Möglichkeit, dass US-Unternehmen Kuba mit bestimmten Telekommunikationsdiensten versorgen dürfen. Die jetzigen Kooperationsbemühungen zwischen Kuba und Google zur Verbesserung der kubanischen Internetdienste dürften noch auf dieser Politik beruhen.

Kuba ist seit 2013 über ein Glasfaserkabel von Venezuela angeschlossen. Wie Reuters berichtet, hätten sich Beamte von US-Behörden dafür ausgesprochen, Kuba über eine 145 Kilometer lange Glasfaser-Verbindung über die Meerenge Floridas anzubinden. Ein Großteil der Webinfrastruktur auf Kuba stammt aus China. Anfang dieser Woche unterzeichneten Kuba und Russland ein Memorandum of Understanding über die verstärkte Zusammenarbeit in der Telekommunikation.

Kuba hatte erst im vergangenen Dezember die Nutzung mobiler Internetverbindungen für Privatpersonen erlaubt. Die Preise für mobile Internet-Pakete sind jedoch im Vergleich zu den dortigen Löhnen sehr hoch: 600 MB sind für umgerechnet etwa 6 Euro zu haben, 4 GByte kosten rund 26 Euro. Ohne eine solches Paket wird das mobile Surfen auf internationalen Websites sehr teuer: Pro MByte sind dann 0,10 Euro fällig. Derzeit haben sich etwa zwei Millionen der insgesamt elf Millionen Kubaner für den Dienst angemeldet. (olb)