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Künstliche Bäume gegen den Treibhauseffekt

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100.000 Kohlendioxidfänger könnten die gesamten von Verkehr und Haushalten erzeugten CO2-Emissionen in England absorbieren.

(Bild: Institution of Mechanical Engineers)

Eine schnelle Lösung zum Abbau des Treibhausgases CO2 hat jetzt der britische Verband der Maschinenbau-Ingenieure vorgeschlagen: "künstliche Bäume". Das sind kleine Türme mit aufgesetzten Kollektoren, die beim Durchfluss von Luft mittels eines absorbierenden Materials wie beispielsweise Natriumhydroxid das Kohlendioxid aus dem Luftstrom entfernen – eine verteilte Rauchgaswäsche für die Emissionen aus verteilten Quellen gewissermaßen.

Das Verfahren wurde schon vor einigen Jahren von dem US-Wissenschaftler Klaus Lackner von der Columbia-University ins Spiel gebracht, nun greift der britische Verband – Motto: "Die Welt durch Technik verbessern" – die Idee wieder auf. Der Vorschlag ist als eine der Fallstudien in dem Report "Geoengineering - Giving us Time to Act?" enthalten, den die Institution of Mechanical Engineers jetzt veröffentlichte. Die Errichtung "entlang von Autobahnen, wo die CO2-Konzentrationen besonders hoch sind, könnte zur Lösung des schwierigen Problems beitragen, die Abgase von täglich Millionen Autos, Liefer- und Lastwagen einzufangen", heißt es in dem Report. Vor allem sei sie wesentlich schneller zu realisieren, als die Umstellung des Straßenverkehrs auf Elektroantriebe.

Der Studie zufolge würden bei einer Absorptionsrate von täglich zehn Tonnen CO2 rein rechnerisch etwa 100.000 solcher Kohlendioxidfänger für die gesamten von Verkehr und Haushalten erzeugten Emissionen in England ausreichen. Das aufgefangene CO2 müsste dann mit ähnlichen Verfahren wie bei den hierzulande geplanten Projekten zur CO[sub2[/sub]-Abscheidung] aus Kohlekraftwerken in unterirdische Speicher verpresst werden. Die Investitionskosten schätzt der britische Verband auf umgerechnet rund 15.000 Euro pro Stück, die Kosten der Abscheidung beziffert er mit umgerechnet knapp 22 Euro pro Tonne CO2. Zu den Kosten der zugehörigen Infrastruktur, wie beispielsweise Pipelines, macht die "Fallstudie" keine Angaben. (Richard Sietmann) / (Richard Sietmann) / (vza)

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