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Künstliche Gebärmutter soll Frühgeburten retten

Die Überlebenschancen sogenannter Extremfrühchen sind bislang gering. Neuartige Inkubatoren könnten helfen.

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(Bild: Photo by Hush Naidoo on Unsplash)

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Forscher der RWTH Aachen und der Technischen Universität Eindhoven (TUE) arbeiten an einem System, mit dem frühgeborene Kinder die kritischen ersten Wochen nach der Geburt besser überstehen können. Es handelt sich dabei um eine künstliche Gebärmutter, berichtet Technology Review in seiner Dezember-Ausgabe ("Hoffnung für Frühchen?"), die seit dieser Woche am Kiosk liegt oder online bestellbar ist. Gefördert wird das Projekt mit 2,9 Millionen Euro durch das EU-Programm Horizon 2020.

TR 12/2019

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Die Forscher aus Aachen und Eindhoven stellen sich statt der bislang eingesetzten Brutkästen einen übergroßen Medizinball als Inkubator vor. Darin sollen Frühchen, in künstlichem Fruchtwasser schwebend und von einer künst­lichen Plazenta über die Nabelschnur mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, die kritischen ersten Wochen überstehen. Das System soll den Zustand des Babys überwachen, etwa Herzfrequenz und Sauerstoffversorgung, aber auch Hirn- und Muskelaktivität messen. Computermodelle simulieren den Zustand des Babys und helfen Ärzten so bei der Entscheidungsfindung.

"Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt alle technologischen Hürden aus dem Weg zu schaffen", sagt Frans van de Vosse, Leiter der Forschungsgruppe Kardiovaskuläre Biomechanik an der TUE und Koordinator des Projekts. Hürden gibt es viele: Unklar ist etwa, wie die künstliche Plazenta aufgebaut sein muss, ob die Kraft des kindlichen Herzens reicht oder eine Pumpe nötig ist, ob die Nabelschnur den geeig­neten Zugang zum Kreislauf bietet oder doch eine andere ­Variante besser ist – und natürlich, wie die Kinder aus der Gebärmutter der Mutter in die künstliche überführt werden können. Dabei sollen Computermodelle und lebensnahe Puppen helfen. "Im Rahmen des aktuellen Projekts werden wir jedenfalls keine Versuche an Menschen oder Tieren durchführen."

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)