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Technology Review

Künstliche Implantate sollen Kranken ihre Stimme zurückgeben

US-Forscher züchten Stimmbandgewebe im Labor. Im eingegrenzten Tierversuch funktioniert die Technik bereits.

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Künstliche Implantate sollen Kranken ihre Stimme zurückgeben

Wer unter stark beschädigten Stimmbändern leidet, kann kaum mehr sprechen oder singen. Bislang fehlt es in solchen Fällen an geeigneten medizinischen Möglichkeiten der Behandlung. US-Amerikanische Wissenschaftler wollen nun im Labor Kehlkopfgewebe züchten, das sich als Implantat eignet, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Die Stimmbandtransplantate kommen").

Im Versuch pflanzten die Forscher der University of Wisconsin die gezüchteten Stimmbänder in den herausoperierten Kehlkopf eines Hundes ein, bei dem eines der Stimmbänder entnommen worden war. Anschließend konnten sie demonstrieren, dass das künstliche Gewebe genauso vibriert und sich anhört, wie sein gesundes Pendant. Weitere Tests an Mäusen zeigten, dass die Stimmbänder aus dem Labor nur eine minimale Immunantwort hervorrufen. Daher vermuten die Forscher, dass das Verfahren in einigen Jahren auch beim Menschen angewendet werden könnte.

Schon seit einigen Jahren versuchen Forscher, die Struktur von Stimmbändern im Labor nachzubauen. Dabei hilft ein Polymergerüst, Stammzellen in drei Dimensionen wachsen zu lassen, wie man dies im Tissue Engineering schon seit längerem verwendet. Zwar gelang es so, Stimmband-artiges Gewebe zu züchten, wie Nathan Welham, Juniorprofessor für Kehlkopfmedizin an der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health, erzählt. Allerdings vibrierten diese künstlichen Organe nicht effektiv genug.

Das Problem war, dass keine Zellen aus echtem Stimmbandgewebe verwendet wurden. Welham zufolge ist dies aber einer der Schlüssel zur Lösung des Problems. In neueren Versuchen nutzten die Forscher daher von Leichen entnommenes Gewebe – zudem erhielten sie Spendermaterial aus chirurgischen Eingriffen. Das Wachstum wurde in einem Kollagengerüst angeregt.

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