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Künstliche Intelligenz: Ray Kurzweil versprüht Optimismus

Auf der Global Conference der CeBIT erzählte der Futurist Ray Kurzweil, dass die Hochzeit der Künstlichen Intelligenz noch bevorsteht. Er vertrat die These, dass der technische Fortschritt Teil der menschlichen Evolution ist.

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Ray Kurzweil versprüht Optimismus

(Bild: heise online / Detlef Borchers)

Einen Tag lang wurde in der Global Conference der CeBIT über die Segnungen der künstlichen Intelligenz (KI) diskutiert, vom automatisierten Autofahren bis zum Einsatz in der Medizin. Am Ende des Tages sprach Ray Kurzweil, Verfechter der technologischen Singularität und Vertreter einer KI, die glaubt, dass Computer Gehirne bauen können: In zehn bis fünfzehn Jahren könnte es soweit sein, wenn das Deep Learning weiterhin Fortschritte macht.

Vor vollem Haus erzählte Ray Kurzweil von der Geschichte der KI, von den Anfängen in Dartmouth, dem Einfluss von Joe McCarthy und den Problemen und Rivalitäten in der KI, wie etwa der Perceptron-Debatte, die sein Freund Marvin Minsky abwürgte. Geduldig hörte das Publikum zu, bis er zu seinen zentralen Thesen und Prognosen kam, wie jener, dass Computer eines Tages so etwas wie ein Gehirn entwickeln.

Dabei zeigte sich Kurzweil als unerschütterlicher Optimist, der allen aktuellen Entwicklungen in den USA zum Trotz an den Fortschritt glaubt. Ja, mindestens 25 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und 35 Prozent im Transportgewerbe fallen durch die Automatisierung in den nächsten Jahren weg, schätzte Kurzweil sehr konservativ, doch kämen unzählige neue Jobs hinzu, auch wenn niemand jetzt sehen könne, wie diese Jobs aussehen.

"Wir machen auf allen Gebieten große Fortschritte, es geht überall in die richtige Richtung, aber die Leute wollen es nicht wahrhaben." Die aktuelle Stimmung in den USA erklärte Kurzweil damit, dass Menschen zu sehr in ihrer engen "Community" diskutieren und persönliche Problemfälle generalisieren. Er prognostizierte, dass die Anzahl der Demokratien in der Welt weiter wachsen werde und das nächste große Ding in der Bio- und Nanotechnik kommen werde.

In einer Hinsicht zeigte sich der Optimist erstaunlich konservativ: Nein, an außerirdische Intelligenz glaube er nicht, antwortete Kurzweil auf die Frage des Moderators, das sei doch sehr unwahrscheinlich. Der einstündige Auftritt wurde durch eine Signierstunde ergänzt, bei der deutlich wurde, wie viele Fans Ray Kurzweil hat. (Detlef Borchers) / (anw)

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