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Technology Review

Künstliche Intelligenz: Uni-Studium verliert an Bedeutung

Mit den Fortschritten beim Machine Learning müssen wir das Bildungswesen gründlich überdenken, meint KI-Forscher Wolfgang Wahlster.

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Künstliche Intelligenz: Uni-Studium verliert an Bedeutung

(Bild: Sven Lambert/ Imago)

Mit den Fortschritten bei künstlicher Intelligenz werden akademische Qualifikationen zunehmend unwichtiger. Davon ist Wolfgang Wahlster überzeugt, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Im Interview mit Technology Review betont er: "Ich kann heute ein KI-System schreiben, das besser als jeder promovierte Chemiker Massenspektrogramme analysiert." Als Folge davon "werden wir erleben, dass das akademische Studium in zehn Jahren nicht mehr so stark bewertet wird wie heute".

Das heutige Ausbildungs- und Karrieresystem muss demnach neu gedacht werden. Der Einstieg in gutbezahlte Berufe gelingt nach wie vor meist über fachliche Qualifikation, also die Leistung bei kognitiver Intelligenz. Sie ist etwa für Schach oder Go wichtig, "aber hier sind uns die KI-Systeme zum Teil schon überlegen", betont Wahlster. Zur menschlichen Intelligenz gehöre aber ebenso die sensomotorische, emotionale und soziale Intelligenz. "Hier sind Computer noch weit von unserer Performanz entfernt." Er plädiert daher dafür, diese Stärken in der Schule deutlicher zu fördern. Es gehe darum, nicht nur Wissen zu lehren, sondern auch das clevere Entscheiden in Alltagssituationen, das Bewerten, das Lernen zu lernen. "Das ist viel wichtiger als reines Fachwissen. Dort liegt der riesige Vorsprung des Menschen vor den Computern."

Man stelle sich nur ein selbstfahrendes Auto im Karneval vor. Es sieht einen riesigen Elefanten auf sich zukommen, dürfte aber kaum in der Lage sein, die Situation richtig zu bewerten. Ausweichen? Bremsen? Gas geben? "Machine Learning über Massendaten nutzt in diesem Fall überhaupt nichts", betont Wahlster. "Das Ereignis ist zu selten.“ Ein Mensch aber kann sofort erkennen, dass Karneval ist, der Elefant aus Pappmaché besteht und somit keine Gefahr darstellt. Trotz aller Fortschritte der KI in den vergangenen Monaten "habe ich große Hochachtung vor der Grundintelligenz jedes menschlichen Wesens".

Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Juli-Ausgabe von Technology Review (jetzt im Handel und im heise shop bestellbar). (jle)

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