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Künstliche Intelligenz für Suche gesucht

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Der Suchmaschinen-Gigant Google versucht, eine künstliche Intelligenz zu bauen – "in großem Maßstab". Das verriet der Mitbegründer und Produktchef von Google, Larry Page, den versammelten Wissenschaftlern der renommierten American Association for the Advancement of Science (AAAS) bei ihrem jährlichen Treffen, das derzeit in San Francisco stattfindet.

Nicht mehr viele würden versuchen, eine künstliche Intelligenz zu programmieren, dabei sei das Ziel nicht so weit entfernt, wie viele Leute denken, ist sich Page sicher. Denn die "Programmierung" eines Menschen, die DNA, verdichte sich auf etwa 600 Megabyte – damit brauche sie weniger Speicherplatz als ein modernes Betriebssystem wie Linux oder Windows. Die DNA müsse als Programm das Gehirn "hochfahren" und die fürs Denken nötigen Arbeitsschritte festlegen und steuern. Page nimmt den vergleichsweise geringen Informationsumfang der DNA als Anlass zu der Vermutung, dass menschliche Intelligenz weniger durch komplizierte Algorithmen geprägt wird, sondern vor allem aufgrund von umfassenden Berechnungen entsteht. Deshalb, ist Page überzeugt, werden sich irgendwann einmal Computer mit viel Rechenpower der menschlichen Intelligenz annähern können.

Google arbeite an der künstlichen Intelligenz, da sie ein ideales Suchwerkzeug wäre: "Man könnte ihr jede Frage stellen, und sie würde die perfekte Antwort geben – basierend auf allem, was im Web verfügbar ist." Die ultimative Suchmaschine (von der bei Google schon vor fünf Jahren die Rede war) kann sich aber auch nur auf die Informationen stützen, die sie im Internet findet, und auch hier sieht Page Verbesserungsbedarf: Er rief die versammelten Wissenschaftler dazu auf, ihre Forschungsergebnisse als digitale Medien der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Zwar versuche der Dienst Google Scholar, den Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen zu ermöglichen, aber dort finde man die wenigsten Arbeiten der anwesenden AAAS-Forscher. Es sei an der Zeit, das zu ändern, forderte Page: "Was wir tun, ist mir egal, aber irgendwas müssen wir tun", um den Reichtum wissenschaftlichen Wissens für alle zugänglich zu machen. Denn so bekomme die Welt eine bessere Chance, drängende Probleme wie Energieverbrauch, Armut oder den Klimawandel zu lösen.

Der Wissenschaft bescheinigte der Google-Gründer gleichzeitig ein Marketing-Problem: Zwar beruhe fast jedes Wirtschaftswachstum auf technischem Fortschritt, aber die Gesellschaft schenke dieser Tatsache keine Beachtung. Deshalb sollten Wissenschaftler seiner Ansicht nach mehr Führungspositionen in der Gesellschaft und der Politik übernehmen und einen Teil ihrer Forschungsgelder für Marketing aufwenden, auf dass ihr Wort in den Medien gehört werde. (pek)