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Künstliche Intelligenz spürt Börsentäuschungen auf

Als volumenmäßig größte Börse der Welt muss die Nasdaq ständig auf faule Aktivitäten achten. Künftig helfen dabei von Analysten trainierte Algorithmen.

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(Bild: Nasdaq)

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Die US-Börse Nasdaq wird ihre Transaktionen künftig mithilfe von künstlicher Intelligenz auf betrügerische Aktivitäten überwachen. Über die Pläne der gleichnamigen Muttergesellschaft der Börse berichtet Technology Review online in „KI durchleuchtet die weltgrößte Börse auf Betrug“. Das neu Deep-Learning-System arbeitet mit menschlichen Analysten zusammen, um die Überwachung von rund 17,5 Millionen Transaktionen pro Tag zu gewährleisten.

Das neue System erweitert ein vorhandenes Software-Überwachungssystem, das mithilfe von Statistik und Regeln Anzeichen für Marktmissbrauch anzeigt. Auf dem US-Aktienmarkt gab dieses alte System beispielsweise täglich rund 1000 Warnmeldungen heraus, die von menschlichen Analysten untersucht wurden, sagt Martina Rejsjo, Leiterin der Marktüberwachung für Nasdaq-Aktien in Nordamerika. Nur ein Bruchteil dieser Fälle würde später als Betrug bestätigt und zu hohen Bußgeldern führen.

Zu Beginn wurde das System darauf trainiert, bestimmte Untergruppen von Missbrauch anhand historischer Beispiele zu erkennen. Jedes Mal, wenn es ähnliche verdächtige Aktivitäten entdeckt, alarmiert es einen menschlichen Analysten mit dem entsprechenden Fachwissen. Beispielsweise wird seltsames Verhalten in einer Biotech-Aktie einem Analysten angezeigt, der mit dem Marktverhalten der Biotech-Branche vertraut ist. Nach der Untersuchung des Falls gibt der Analyst das Ergebnis zurück in das System.

Das neue System soll Nasdaq nicht nur Missbrauchsmuster sicherer identifizieren und damit die Belastung für menschliche Analytiker verringern helfen. Es soll auch komplexere Missbrauchsmuster, insbesondere Fälschungen, besser erkennen. Diese werden laut Nasdaq immer häufiger auftreten.

Mehr dazu in Technology Review online in:

(vsz)