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Künstliche Künstler

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In Bremen dreht sich derzeit (fast) alles um Roboter: Heute abend um 19 Uhr startet in der Hochschule für Künste die Tagung SMARt 2006 – 1st Symposion on Music, Art and Robotics. Den Auftakt bildet ein Vortrag von Peter Gendolla über die literarische und kulturelle Geschichte der Idee, künstliche Menschen zu erschaffen. Anschließend führen Gil Weinberg, Scott Driscoll und der Roboter Haile das Stück "Jam'aa" für zwei Musiker und einen maschninellen Perkussionisten auf. Roboter Haile nimmt Motive aus dem Spiel der anderen Musiker auf, analysiert diese in Echtzeit und variiert sie in algorithmisch erzeugten Improvisationen.

Parallel dazu eröffnet eine Ausstellung in der Bremer Hochschule für Künste im Speicher XI, die sechs Projekte internationaler Medienkünstler zeigt. Die "Prehysterical Machine" von Bill Vorn aus Montreal nimmt über Ultraschallsensoren die Anwesenheit von Besuchern in ihrer Umgebung wahr. Ihre Reaktionen auf das Publikum bestehen aus programmierten Verhaltensweisen, sie sollen aber die Besucher dazu verführen, den Bewegungen Bedeutung beizumessen. Dadurch soll der Roboter den Eindruck eines lebendigen Wesens erwecken, obwohl seine acht Arme sichtbar aus Aluminium gebaut sind und durch pneumatische Zylinder bewegt werden. Die Installation "Bioalloy" von Gary Cass und Alan Mullet aus Perth gibt einen Eindruck davon, wie Cyborgs der Zukunft gezüchtet werden könnten: Eine Ursuppe aus Bakterien bildet Haut auf Maschinenteilen. Solche Verbindungen aus Hard- und "Wetware" berühren aktuelle gesellschaftliche Diskussionen und beschäftigen schon mal Ethikkommissionen.

Die beteiligten Künstler stellen noch bis Freitag ihre Arbeiten vor, theoretische Vorträge ergänzen das Programm. Das Symposium steht in loser Verbindung zu den zeitgleich in Bremen stattfindenden Roboter-Weltmeisterschaften RoboCup – "als Rahmenprogramm verstehen sich die beteiligten Künstler allerdings keinesfalls", stellt Andrea Sick, eine der Organisatorinnen von SMARt 2006, klar. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos, die Veranstalter bitten allerdings um eine Anmeldung. Die beiden begleitenden Ausstellungen in der Gesellschaft für Aktuelle Kunst und in der Hochschule für Künste Bremen sind bis zum 18. Juni zu sehen. (pek)

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