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Kulturrat begrüßt Bundestagsanhörung zu Computerspielen

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Der Deutsche Kulturrat begrüßt, dass sich die Kulturpolitiker des Bundestags am Donnerstag kommender Woche mit dem Thema "Jugendmedienschutz und gewalthaltige Computerspiele" befassen wollen. Der Kulturrat hofft, dass mit der öffentlichen Anhörung (PDF-Datei) im Unterausschuss Neue Medien "eine Versachlichung der Diskussion" erreicht werden kann. Der Spitzenverband der Kulturorganisationen hatte zuvor bereits vor Übereifer beim Verbot von Computerspielen gewarnt. Die Spiele, auch die gewalttätigen, gehörten zum Kulturbereich, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann heute laut dpa.

"In den letzten Wochen musste man fast den Eindruck haben, dass die Politik glaubt, durch ein umfangreiches Verbot von Computerspielen dem Problem der Gewaltbereitschaft von Jugendlichen begegnen zu können", meinte Zimmermann. Diese Verbotsdebatte werde hauptsächlich von Politikern geführt, denen die kulturellen Fragen rund um das Genre Computerspiele weniger wichtig seien. "Durch die öffentliche Anhörung nächste Woche im Deutschen Bundestag übernimmt die Kulturpolitik sichtbar Verantwortung für dieses Thema, das begrüßen wir sehr." In der Anhörung geht es unter anderem um die Frage, ob es gesicherte Kenntnisse über den Zusammenhang von gewalttätigem Verhalten bei Jugendlichen und gewalthaltigen Computerspielen gibt.

Zur Anhörung sind geladen Mike Cosse, Vorsitzender Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, Elke Monssen-Engberding, Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien und Klaus Spieler, Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Als weitere Experten sind geladen der Vorstandssprecher des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware Stephan Brechtmann, Hartmut Warkus, Leiter des Zentrums für Medien und Kommunikation an der Universität Leipzig und Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Pfeiffer hatte jüngst in einem Zeitungsinterview strafrechtliche Sanktionen für Spiele mit "extremen Gewaltexzessen" gefordert.

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